Cacau findet Özils Rassismusvorwurf falsch | Sport | DW | 26.07.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Özil-Rücktritt

Cacau findet Özils Rassismusvorwurf falsch

Nach Ansicht des DFB-Integrationsbeauftragten Cacau läuft die Diskussion nach dem Rücktritt von Nationalspieler Mesut Özil in eine falsche Richtung. DFB-Chef Reinhard Grindel räumt derweil Fehler in der Affäre ein.

Der DFB-Integrationsbeauftragte Cacau hat den Rassismusvorwürfen des zurückgetretenen Nationalspielers Mesut Özil widersprochen. "Ich denke, die Diskussion nimmt eine andere Richtung als sie nehmen sollte", sagte der frühere deutsche Nationalspieler in den ARD-Tagesthemen. "Man hat das Gefühl, dass Deutschland ein flächendeckendes Rassismusproblem hat. Das ist nicht der Fall."

Auf die Frage, ob ein möglicher Rücktritt von DFB-Chef Reinhard Grindel bei einem Neuanfang helfen würde, antwortete Cacau: "Das ist im Moment schwer zu sagen, weil die Diskussion sehr emotional ist. In der Tat muss man sagen, dass aus meiner Sicht nicht nur Mesut einen Fehler gemacht hat - mit dem Bild und dann, dass er sich lange Zeit nicht geäußert hat. Auch der DFB hat von vornherein nicht klar eine Richtung vorgegeben." Man müsse dies "klar, transparent und offen" ansprechen, sagte Cacau. Der Deutsch-Brasilianer ist seit November 2016 Integrationsbotschafter des Deutschen Fußball-Bunds.

Grindel: "Persönliche Kritik hat mich getroffen"

Deutschland Reinhard Grindel, DFB-Präsident (picture-alliance/dpa/A. Arnold)

DFB-Präsident Reinhard Grindel

Am Donnerstag hatte sich DFB-Chef Grindel zu Wort gemeldet und eigene Fehler in der Özil-Affäre eingeräumt. "Rückblickend hätte ich als Präsident unmissverständlich sagen sollen, was für mich als Person und für uns alle als Verband selbstverständlich ist: Jegliche Form rassistischer Anfeindungen ist unerträglich, nicht hinnehmbar und nicht tolerierbar", ließ Grindel auf der DFB-Homepage wissen: "Das galt im Fall Jerome Boateng, das gilt für Mesut Özil, das gilt auch für alle Spieler an der Basis, die einen Migrationshintergrund haben." Die Kritik an seiner Person, so Grindel, habe ihn getroffen. Für den DFB "und auch für mich persönlich" weise er entschieden zurück, im Zusammenhang mit Rassismus genannt zu werden. Der DFB und er selbst stehe "für Vielfalt, Solidarität, Antidiskriminierung und Integration", erklärte Grindel.

Schäuble kritisiert DFB-Spitze

In den Chor der DFB-Kritiker hatte sich am Donnerstag auch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble eingereiht. "Ich habe bis heute nicht verstanden, weshalb man beim DFB zugelassen hat, dass aus einer so unklugen Fotoaktion eine derartige Staatsaffäre gemacht wurde. Das ist ein Jammer", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland": "Irgendein kluger Mensch hätte das alles verhindern können und müssen."

CSU-Chef Horst Seehofer, der als Bundesinnenminister auch für den Sport zuständig ist, mahnte gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", der Sport dürfe nicht in seiner wichtigen gesellschaftspolitischen Funktion für die Integration diskreditiert werden. Der Fall Özil sei kein Beispiel dafür, dass Integration im Sport oder generell gescheitert sei. "Özil gehört selbstverständlich zu Deutschland, er ist einer von uns", sagte Seehofer.

sn (dpa, sid, ARD)

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links