BVB vs. Bayern: Die ewige Rivalität lebt weiter | Sport | DW | 01.02.2019
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Bundesliga

BVB vs. Bayern: Die ewige Rivalität lebt weiter

Spitzenreiter Borussia Dortmund und Verfolger FC Bayern kämpfen wieder einmal um den Meistertitel. Die Vereinsbosse Hans-Joachim Watzke und Karl-Heinz Rummenigge können sich kleine Spitzen nicht verkneifen.

Karl-Heinz Rummenigge Hans Joachim Watzke Fußball (Getty Images/Bongarts/A. Hassenstein)

Karl-Heinz Rummenigge und Hans-Joachim Watzke (bei einer DFB-Veranstaltung 2016)

Ein feines, fast diabolisches Lächeln konnte sich Karl-Heinz Rummenigge dann doch nicht verkneifen. "Ich weiß noch alles. Ich kann mich noch ganz genau an das Tor in der 90. Minute erinnern", sagte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München. Weshalb ihm diese Anmerkung eine besondere Freude war, ließ sich leicht erklären. Denn ein paar Minuten zuvor hatte Rummenigge noch hinter der großen Bühne beim SpoBiS (Sports Business Summit) in Düsseldorf, Europas größtem Sportbusiness-Event, gestanden und den Worten von Hans-Joachim Watzke intensiv gelauscht.

Hans-Joachim Watzke Spobis Düsseldorf (picture-alliance/dpa/R. Weihrauch)

"Kann mich an nichts erinnern"

Der BVB-Chef hatte berichtet, dass er sich nicht mehr erinnern könne, was im Champions-League-Finale 2013 im Londoner Wembley-Stadion passierte. Damals hatte Arjen Robben in letzter Sekunde den Siegtreffer zum 2:1 für den FC Bayern erzielt - woraufhin Watzke offenbar eine Amnesie erlitt. "Ich kann mich an nichts mehr erinnern. Ich weiß nicht mehr, mit wem ich gesprochen habe, ich weiß nicht mehr, wer abends beim Bankett aufgetreten ist, und wann ich gegangen bin"", sagte Watzke. Der damalige Auftritt von Helene Fischer auf der Abendveranstaltung hatte bei Watzke offenbar nicht zu diesem traumatischen Ereignis beigetragen.

Freundlich, aber auch ehrlich?

Rummenigge genoss seine Erinnerungen jedenfalls sichtlich, "weil wir alle im Verein wussten, dass wir genau dieses Spiel nicht verlieren durften. Das hätte zu Problemen geführt", sagte der Bayern-Chef. Die damalige Rivalität zwischen beiden Klubs ist spätestens in dieser Saison wieder auf dem Höhepunkt angelangt. Doch anders als noch vor ein paar Jahren unterlassen es die Beteiligten, öffentlich Kritik am Gegenüber zu äußern. "Weil wir gemerkt haben, dass die Giftpfeile, die wir verschickt haben, beim jeweils anderen nicht so gut angekommen sind. Wir haben vielmehr erkannt, dass wir in vielen Fragen gleiche Interessen haben", sagte Rummenigge.

Sportbusiness Kongress Spobis in Düsseldorf (picture alliance / Norbert Schmidt)

"Giftpfeile sind nicht so gut angekommen"

So hört es sich an, wenn aufrichtige Anerkennung im Spiel ist - und die erbitterten Kontrahenten sich vorgenommen haben, trotz des großen Konkurrenzkampfs freundlich über den großen Widersacher zu sprechen. Auch Watzke säuselte: "Die Bayern haben in den vergangenen Jahren nicht viel falsch gemacht." So höflich, aber auch so langweilig. Und ehrlich?

Kleine Spitzen konnten sich jedenfalls dann weder der BVB- noch der FCB-Boss verkneifen. "Die Bayern haben ja auch immer im obersten Spieler-Regal eingekauft, das ist auch leichter", sagte Watzke. "Wir bewegen uns dahin."

Beide Seiten versuchen, die Form zu wahren

Rummenigge merkte dann noch an: "Wir gehen ja nicht oft essen. Aber ab und zu dann doch und tauschen uns dann auch aus." Im Mai 2013, in der Bundesliga, war das obligatorische Mittagessen vor dem großen Duell noch wegen grundlegender Meinungsverschiedenheiten ausgefallen. Ein mehr als unterkühlter Handschlag auf der Ehrentribüne im Dortmunder Westfalenstadion zwischen den Beteiligten musste damals zwischen den Parteien ausreichen. Offenbar hat sich dieser Tag ebenfalls in Rummenigges Erinnerungen eingebrannt. 

Die große Liebe wird es trotz aller öffentlich vorgetragener Zurückhaltung zwischen den BVB- und den FCB-Verantwortlichen dann wohl doch nicht mehr werden. Dafür sind die sportlichen Ziele zu identisch. Auch wenn beide Seiten versuchen, die Form zu wahren.

Rummenigge: "Interessanter Spieltag für beide"

Vielmehr ist bei den Münchnern nach der Hinrunde der Kampfgeist erwacht. Und alle Beteiligten wie Trainer Niko Kovac, Angreifer Thomas Müller oder auch Verteidiger Joshua Kimmich werden nicht müde zu betonen, dass sie die Meisterschaft noch nicht abgeschrieben haben. So auch Rummenigge, der etwas weniger offensiv formuliert aber in der Sache keineswegs widerspricht.

Nach zuletzt sechs Meisterschaften in Folge für die Münchner widerspricht der aktuelle Tabellenplatz zwei dem eigenen Anspruch. "Sechs Punkte Vorsprung für die Dortmunder ist nicht gerade wenig. Der BVB spielt sehr konstant. Mal sehen, ob wir das noch aufholen können und was am Ende dabei rauskommt", sagte Rummenigge. Deshalb misst der FCB-Vorstandschef dem kommenden Spieltag eine Schlüsselfunktion bei. "Beide Mannschaften spielen auswärts, wir in Leverkusen, Dortmund in Frankfurt. Ein Spieltag, der für beide sehr interessant ist", so der Bayern-Boss.

Am kommenden Samstag folgt ein weiteres Kapitel in der Rivalität der beiden Klubs, die - auch zur guten, bundesweiten Unterhaltung der Fußballfans - wohl noch ewig anhalten dürfte. 

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