BVB: Gute Gründe für einen Hummels-Wechsel | Sport | DW | 16.06.2019
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Brisanter Transfer

BVB: Gute Gründe für einen Hummels-Wechsel

FC Bayern-Verteidiger Mats Hummels soll unmittelbar vor einer Rückkehr zu Borussia Dortmund stehen. Nicht jeder BVB-Fan dürfte sich darüber freuen. Ein kluger Schachzug des Klubs wäre diese Verpflichtung aber allemal.

Wer möchte, kann erfahren, was Mats Hummels gerade macht. Der Verteidiger des FC Bayern München ist schließlich sehr aktiv in den sozialen Medien. Eine recht lustige Tennisstunde mit Thomas Müller und Alexander Zverev ist einer der jüngeren Posts. Und es gibt auch Urlaubsbilder - offenbar aus Miami. Dort scheint er gemeinsam mit seiner Frau Cathy seinen vierten Hochzeitstag im Badeoutfit zu feiern.

Doch bei aller sonstigen Offenheit des 30-Jährigen - einen Hinweis auf seine Zukunft gibt er indessen nicht. Dabei scheint es nur noch eine Frage von Tagen zu sein, bis Borussia Dortmund die Verpflichtung von Hummels bekannt gibt. Rund 30 Millionen Euro soll Hummels den BVB kosten. Auch Michael Zorc gibt sich bedeckt, was dieses Thema angeht. "Ich möchte die Gerüchte aktuell nicht kommentieren", sagte der BVB-Manager jüngst. Ein Dementi sieht aber sicher anders aus.

Rückholaktion mit Brisanz

Es wäre eine Rückholaktion, die es in sich hätte. Nicht jeder Anhänger des westfälischen Traditionsklubs dürfte diesen Transfer für eine gute Idee halten. Das liegt wohl eher nicht an den sportlichen Perspektiven des Abwehrspielers. Vielmehr war vielen Dortmunder Fans der Abgang Hummels besonders sauer aufgestoßen. Zwei Tage nachdem Hummels mit dem BVB das DFB-Pokalfinale 2016 gegen den FC Bayern verloren hatte, einigten sich beide Klubs auf den Transfer.

Das verärgerte viele Sympathisanten deshalb so sehr, weil Hummels nicht nur Kapitän dieses lange Zeit aufstrebenden Teams war, sondern auch, weil er als wesentlicher Leistungsträger ausgerechnet zu dem Verein wechselte, den man eigentlich ein- und irgendwann auch überholen wollte. Ein ungeteiltes Willkommen darf Hummels bei seiner Rückkehr wohl nicht erwarten - mancher Fußballfan ist nachtragend.

Schwierige Zeiten beim FCB

Für Hummels selbst dürfte dieser Transfer sinnvoll sein. Denn beim Rekordmeister scheinen seine Chancen, weiterhin eine führende Rolle in der Innenverteidigung auszufüllen, deutlich zu schrumpfen. Allein für Hummels' direkte Konkurrenten Lucas Hernandez und Benjamin Pavard haben die Münchner rund 115 Millionen Euro investiert.  

Dagegen könnte Hummels für Borussia Dortmund - abgesehen von den zu erwartenden atmosphärischen Störungen mit den Fans - genau der Spieler sein, der dem Team in der abgelaufenen Saison gerade in der Defensive fehlte. Daran, dass Hummels eine Führungspersönlichkeit auf dem Platz ist, gibt es wohl auch in kritischen Fankreisen keinerlei Zweifel.

Hummels' Erfahrung

Vor allem Hummels Erfahrung in brenzligen Situationen benötigt die Borussia zukünftig. Je länger die vergangene Saison dauerte und je länger auch die Titelchancen bestanden, desto nervöser wurde die mit vielen jungen Spitzentalenten gespickte Elf. Dass junge Spieler wie etwa Dan-Axel Zagadou (20) oder Manuel Akanji (23), Jadon Sancho (19) oder auch Jacob Bruun Larsen (20) noch Formschwankungen unterliegen, emotionale Ausbrüche bekommen und Führung brauchen, ist ein normaler Vorgang innerhalb eines Teams.

Allein Marco Reus als bisheriger Führungsspieler, kann diese Aufgabe nicht erfüllen. Zumal seine Position in der Offensive nicht dafür prädestiniert ist, das gesamte Team im Auge zu halten. Hummels könnte der Baustein sein, der dem Team des BVB den entscheidenden Kick nach vorne gibt.

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