Bundeswehr muss auf neue Maschinengewehre warten | Aktuell Deutschland | DW | 06.09.2015
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Aktuell Deutschland

Bundeswehr muss auf neue Maschinengewehre warten

Erst gab es Probleme mit dem Sturmgewehr G36. Nun hat die Bundeswehr auch Ärger mit dem Modell MG5. Die Waffe sollte schon längst im Einsatz sein. Doch das Gewehr muss wohl noch einmal auf den Prüfstand.

Ursprünglich war die Auslieferung des neuen Maschinengewehrs MG5 mal ab Juni 2015 geplant. Der Termin sei nun aber wegen Unregelmäßigkeiten auf das kommende Jahr verschoben worden, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums und bestätigte damit einen Bericht der "Bild am Sonntag" über die Verzögerung.

Das MG5 wird von der Rüstungsfirma Heckler & Koch hergestellt und soll das neue Standard-Maschinengewehr der Bundeswehr werden. Insgesamt 12.733 Exemplare schrieb das Verteidigungsministerium auf seine Bestellliste und muss dafür rund 200 Millionen Euro bezahlen.

Probleme zeichneten sich bereits im Mai ab. Es gab erste Berichte über Präzisionsmängel beim MG5. Nach Angaben des Grünen-Verteidigungsexperten Tobias Lindner hätte die Bundeswehr das Gewehr teilweise nur als bedingt geeignet bewertet. Der Ministeriumssprecher wies dies zurück. Es seien Änderungswünsche angemeldet worden, die auch berücksichtigt würden, sagte er.

Zukunft des G36 noch ungewiss

Zum G36 hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen im April erklärt, das Gewehr habe in seiner jetzigen Form wegen Präzisionsproblemen im erhitzten Zustand keine Zukunft. Ob die 167.000 G36-Exemplare ausgemustert werden müssen oder nachgerüstet werden können, will ihr Ministerium erst im nächsten Jahr entscheiden.

Heckler & Koch und die Bundeswehr streiten derzeit vor Gericht darüber, ob das G36 Mängel aufweist oder nicht. Zudem untersuchen drei Kommissionen des Ministeriums, was schief gelaufen ist. Sie sollen klären, ob Soldaten im Einsatz gefährdet wurden, wie Abläufe im Ministerium verbessert werden können und ob es Anhaltspunkte für Korruption gibt. Die Ergebnisse sollen Mitte Oktober vorgestellt werden.

bri/djo (dpa, afp)

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