Bundesliga 2018/19: Die Halbzeit-Bilanz | Fußball | DW | 24.12.2018
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Bundesliga-Winterpause

Bundesliga 2018/19: Die Halbzeit-Bilanz

Überraschungen, Krisen und gefallene Riesen: Die erste Saisonhälfte der Bundesliga war ereignisreich. Wir schauen darauf zurück, was sich in der Liga getan hat und darauf, was uns im neuen Jahr erwartet.

Der Tabellenführer

Seit dem 16. Spieltag, an dem der BVB in Düsseldorf die erste Saisonniederlage hinnehmen musste ist klar: Dortmund ist nicht unbesiegbar. Aber der Herbstmeister war klar das beste Team der Hinrunde - dank eines fulminanten Laufs mit zwölf Siegen und drei Unentschieden in den ersten 15 Spielen. Die Coaching-Methoden von Lucien Favre, die Verpflichtung von Top-Joker Paco Alcacer, der verletzungsfreie Kapitän Marco Reus, der zum echten Leader avancierte und die rasante Entwicklung junger Talente, allen voran von Jadon Sancho, führten dazu, dass der BVB nach einer turbulenten Saison 2017/18 zu einem der aufregendsten und offensiv begeisternden Teams in Europa aufstieg. 

Der vor der Saison verpflichtete Schweizer Trainer und sein Team hatten bis zum Spiel in Düsseldorf einen imposanten Lauf. Der Rückschlag in Düsseldorf sorgte dann auch nicht für Verunsicherung, wie der anschließende Sieg gegen Borussia Mönchengladbach zeigte. Bleibt die Frage: Wie wird Favres Mannschaft auf mögliche Rückschläge reagieren? Wird das Team mögliche Verletzungen von Leistungsträgern kompensieren können und wie wird die junge Mannschaft mit dem erhöhten Druck und der Dreifach-Belastung in der zweiten Hälfte der Saison fertig werden? Eines ist sicher jedoch sicher: In der Entwicklung sind Favre und sein Team dem Zeitplan voraus.

Der Meister 

1. Bundesliga | Werder Bremen v Bayern München | (1:2) (Reuters/F. Bimmer)

Niko Kovac stand zwischenzeitlich schon vor der Entlassung, bekam aber mit dem FC Bayern die Kurve

In den letzten Jahren lief für den FC Bayern in der Bundesliga alles planmäßig. Aber in der ersten Saisonhälfte 2018/19 war in der Mannschaft und im gesamten Verein eine gewisse Anspannung zu spüren. Nach dem mit dem 5:1 im Supercup gegen seinen Ex-Klub Frankfurt geglückten Einstand als Bayern-Trainer gab es für Niko Kovac und sein Team zwischen September und Oktober eine Serie von vier Spielen ohne Sieg - für die viele Teams nichts, was nicht vorkommt, für die Bayern jedoch eine handfeste Krise. 

Ähnlich wie die deutsche Nationalmannschaft im Länderspieljahr 2018 wirkten die Bayern langsam, unentschlossen, alt und plötzlich verwundbar. Wie Joachim Löw beim DFB hat auch Kovac nach und nach damit begonnen, das Team zu verjüngen. Und plötzlich stimmten Ergebnisse und Leistungen wieder. nach Dortmunds Niederlage in Düsseldorf witterten die Bayern ein wenig Morgenluft. Niko Kovac sprach anschließend von "einer Einladung, aus der wir das Beste machen mussten". Gesagt, getan. Mit Liverpool zog der Rekordmeister in der Champions League ein denkbar schwieriges Los und in der Liga muss das Kovac-Team von Sekunde eins der Rückrunde an da sein, wenn die Konkurrenz strauchelt. Für gewöhnlich ist der FC Bayern das immer. 

Die Verfolger 

Während ein richtiger Titelkampf eine wirklich willkommene Abwechslung ist, ist der Kampf um die europäischen Ränge eigentlich traditionell spannende Angelegenheit. Da macht auch die Saison 2018/19 keine Ausnahme: Borussia Mönchengladbachs beeindruckte als Heim-Macht, Hoffenheim mit wildem Angriffsstil, Frankfurt mit seiner furiosen Offensiv-Abteilung um Luka Jovic und Sebastien Haller und dazu kam gegen Ende der Hinrunde der stetige Aufstieg des VfL Wolfsburg. All das hat dazu beigetragen, dass sich hinter dem Spitzen-Trio ein enger Konkurrenzkampf etablieren konnte. Nur neun Punkte trennen den Viertplatzierten RB Leipzig von Werder Bremen auf Rang zehn. Stand jetzt zeichnet sich ein breiter Kampf um den vierten Champions-League-Platz und die Europa-League-Plätze ab und vielleicht kann die eine oder andere Mannschaft ja sogar das Spitzentrio noch attackieren. 

Die Enttäuschungen

FC Schalke 04 - Bayer Leverkusen | Domenico Tedesco, Trainer Schalke 04 (picture-alliance/dpa/G. Kirchner)

Schwere Zeiten auf Schalke: Nach der Vizemeistermeisterschaft 2017/18 ging es für Trainer Tedesco und sein Team rapide bergab

In der vergangenen Saison gehörte der FC Schalke von Domenico Tedesco zur Spitzengruppe: Eine hervorragend organisierte Abwehr, starker Team-Geist und die Unbeständigkeit der anderen verhalf den Königsblauen 2017/18 zur Vizemeisterschaft. Von dieser Erfolgsperiode ist nichts geblieben, Schalke spielt eine grottenschlechte Saison. Hinten ist das Tedesco-Team nicht mehr stabil, vorne weitestgehend harmlos. Eine Systemalternative hat der junge Trainer des Vizemeisters nicht parat. 

Schalke muss sich überall verbessern, um nicht dauerhaft in den Abstiegsstrudel zu geraten. Ähnlich enttäuschend präsentierte sich Bayer Leverkusen, das zwar einige der besten Angreifer der Liga in seinen Reihen, aber in dieser Saison auch jede Menge Schwierigkeiten hat. Julian Brandt und Leon Bailey - zwei der besten Offensivakteure der letzten Saison haben zusammen nur zwei Tore erzielt. Trainer Heiko Herrlich muss für den Niederländer Peter Bosz Platz machen. 

Die Kellerkinder 

Wie beim Rennen um Europa ist auch im Abstiegskampf noch nichts entschieden, aber Nürnberg und Hannover haben nach der Hinrunde die größten Sorgen. Nürnberg hat seit September nicht mehr gewonnen, hat die schlechteste Abwehr der Liga und den zweitschlechtesten Angriff. Dennoch beträgt der Rückstand auf einen Nichtabstiegs-Platz aktuell nur vier Punkte.

Die Herausragenden

Fußball Bundesliga 11. Spieltag | Eintracht Frankfurt - FC Schalke 04 (picture-alliance/dpa/U.Anspach)

Luka Jovic (unten rechts) und Sebastien Haller (oben rechts) bilden gemeinsam mit Ante Recic Frankfurts Wunder-Offensive

Der Erfolg des BVB ist der Erfolg vieler, aber sinnbildlich für die furiose Dortmunder Hinrunde stehen Marco Reus, Jadon Sancho und Paco Alcacer, die 29 Toren das überragende Angriffstrio der Bundesliga bilden. Aber vielleicht noch beeindruckender und sicherlich überraschender ist Frankfurt Erfolgs-Trio, bestehend aus Sebastian Haller, Luka Jovic und Ante Rebic, die zusammen bislang 26 Treffer erzielten. Und das, obwohl sie zusammen weniger als 10 Millionen Euro gekostet haben.

Ansonsten: Thorgan Hazard ist bei Gladbach extrem positiv aufgefallen und könnte sogar irgendwann aus dem Schatten von Bruder Eden heraustreten. Auf der Außenbahn des BVB hat die 20-jährige Real-Leihgabe Achraf Hakimi mächtig Eindruck hinterlassen, Joshua Kimmich hat sich trotz des zwischenzeitlichen Bayern-Tiefs absolut bewährt, während Salif Sané für Schalke einer der wenigen Lichtblicke war. Joelinton und Kerem Demirbay haben bei Hoffenheim besonders beeindruckt, Timo Werner hat eine schwache Weltmeisterschaft erfolgreich hinter sich gelassen und in Leipzig zu alter Stärke zurückgefunden und Alassane Plea ist der in Gladbach so lange schmerzlich vermisste klassische Strafraumstürmer - ein echter Neuner eben, obwohl er bei der Borussia die Rückennummer 14 trägt. 

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