Britisches Parlament billigt neue Startbahn in Heathrow | Aktuell Europa | DW | 25.06.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Luftfahrt

Britisches Parlament billigt neue Startbahn in Heathrow

Jahrzehntelang wurde in Großbritannien über einen Ausbau des Flughafens in London-Heathrow gestritten. Nun hat das Parlament in London mit klarer Mehrheit grünes Licht gegeben für den Bau einer dritten Startbahn.

Nach einer hitzigen Debatte stimmten 415 Parlamentarier für den Ausbau des drittgrößten europäischen Flughafens und 119 dagegen. In der Debatte stellten sich auch etliche Mitglieder der konservativen Regierungsfraktion gegen die Pläne des Kabinetts. Für Aufregung sorgten ein Dutzend Demonstranten, die sich in der zentralen Lobby des Parlaments aus Protest gegen die Erweiterung auf den Boden gelegt hatten. Die seit langem umstrittenen Expansionspläne sehen eine dritte Startbahn vor.

Baubeginn des Projekts soll nach bisheriger Planung 2021 sein, die Inbetriebnahme ist für 2026 vorgesehen. Es wäre das erste Mal seit 70 Jahren, dass im Großraum London eine neue Rollbahn in einer Länge gebaut würde, die allen Flugzeugtypen Starts und Landungen erlauben würde.

Die Kosten für den Ausbau sollen über private Mittel getragen werden. Medienberichten zufolge wird mit rund 14 Milliarden Britischen Pfund (20,6 Mrd. Euro) für die neue Startbahn gerechnet. Dafür erhofft sich die Regierung Zehntausende neue Jobs und einen langfristigen wirtschaftlichen Schub von etwa 74 Milliarden Pfund.

Großbritannien Protest gegen dritte Startbahn am Flughafen Heathrow (Getty Images/L. Neal)

Umweltschützer protestieren vor dem Parlamentsgebäude in London gegen den Ausbau des Airports Heathrow

Umweltschützer haben Bedenken

Kritiker fürchten vor allem schädliche Folgen für Umwelt und Gesundheit, wenn dort künftig rund 700 Flugzeuge zusätzlich pro Tag starten und landen. Zudem müssten einer dritten Startbahn Hunderte Wohnhäuser weichen. Auch die entscheidende Abstimmung wurde von Kritik begleitet. Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan sagte, er werde gerichtlich gegen den Ausbau des Flughafens vorgehen. "Die Regierung treibt die falsche Option voran, was zu einem untolerierbaren Lärmpegel und einer schlechteren Luftqualität führt", schrieb er auf Twitter.

Der ehemalige Londoner Bürgermeister und jetzige Außenminister Boris Johnson gilt als vehementer Gegner des Projekts. Er hatte einst angekündigt, er wolle sich "vor die Bulldozer legen", sollten die Pläne in die Tat umgesetzt werden. Da er am Montag eine Auslandsreise nach Afghanistan antrat, musste sich Johnson in der Abstimmung nicht gegen die eigene Regierungschefin stellen.

Britische Wirtschaftsverbände hatten sich hingegen seit langem für den Ausbau stark gemacht. Sie halten die Erweiterung der Kapazitäten und neue Routen für "entscheidend" dafür, dass Großbritannien auch nach dem Brexit wettbewerbsfähig bleibt.

kle/qu (dpa, rtr, afp)