Britin muss Haftstrafe im Iran komplett absitzen | Aktuell Europa | DW | 23.06.2019
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Iran

Britin muss Haftstrafe im Iran komplett absitzen

Die Regierung in Teheran hat deutlich gemacht, dass die im Iran inhaftierte Britin Nazanin Zaghari-Ratcliffe nicht auf Haftverkürzung hoffen kann. Der Iran lasse sich nicht durch Proteste und Hungerstreiks erpressen.

UK Richard Ratcliffe, Ehemann der in Iran inhaftierten Britin Nazanin Zaghari-Ratcliffe (picture-alliance/dpa/J. Brady)

Richard Ratcliffe mit einem Bild seiner Frau und der gemeinsamen Tochter vor der iranischen Botschaft in London

Nazanin Zaghari-Ratcliffe müsse ihre mehrjährige Haftstrafe komplett verbüßen. Das teilte der iranische Vizeaußenminister Abbas Araghchi dem britischen Nahostbeauftragten Andrew Murrison in Teheran mit. Laut Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA sagte Araghchi dem britischen Gesandten, dass es für Zaghari-Ratcliffe keine Ausnahme geben werde: "Die wegen Spionage inhaftierten Personen im Iran müssen alle ihre Haft komplett absitzen." Die iranische Justiz werde sich auch von Protesten ihres Ehemannes, Richard Ratcliffe, vor der iranischen Botschaft in London nicht beeindrucken lassen.

Die 41-jährige Zaghari-Ratcliffe, Projektmanagerin der Thomson-Reuters-Stiftung, des gemeinnützigen Arms des Informationskonzerns Thomson Reuters, ist vor gut einer Woche in den Hungerstreik getreten, um gegen ihre weitere Inhaftierung zu protestieren. Daraufhin hat ihr Mann Richard eine Mahnwache vor der iranischen Botschaft in London begonnen.

UK Richard Ratcliffe, Ehemann der in Iran inhaftierten Britin Nazanin Zaghari-Ratcliffe mit seinem Mutter Barbara Redcliffe (Imago Images/ZUMA Press/D. Haria)

Unterstützung der Mahnwache durch die Familie: Richard Ratcliffe mit seiner Mutter

Zaghari-Ratcliffe war nach einem Privatbesuch bei ihren Eltern im Iran im April 2016 verhaftet worden. Ihr werden Verschwörung, Zusammenarbeit mit westlichen Geheimdiensten und Spionage vorgeworfen. Die Frau, die sowohl die britische als auch die iranische Staatsbürgerschaft besitzt, hat alle Vorwürfe zurückgewiesen. Die iranischen Behörden betrachten Zaghari-Ratcliffe allerdings ausschließlich als Iranerin, weil sie keine doppelte Staatsangehörigkeit anerkennen. 

Anlass für den Besuch des Nahostbeauftragten Murrison in Teheran waren Gespräche zum internationalen Atomabkommen von 2015, aber es gab auch Hoffnungen, dass er mit der iranischen Führung eine vorzeitige Entlassung Zaghari-Ratcliffes aushandeln könnte.

Trotz mehrfacher Bemühungen der britischen Regierung um ihre Freilassung, ist die zu fünf Jahren Haft verurteilte Mutter einer heute vierjährigen Tochter weiterhin im berüchtigten Ewin Gefängnis in Teheran inhaftiert. Großbritanniens Außenminister Jeremy Hunt hatte ihr im März diplomatischen Schutz angeboten.

qu/se (dpa, rtr)

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