Brexit: Weltweit Gewinner - und Verlierer | Wirtschaft | DW | 10.04.2019
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Welthandel

Brexit: Weltweit Gewinner - und Verlierer

Ob bei einem harten Brexit Großbritannien gewinnt oder verliert, ist seit langem heiß umstritten. Aber auch weltweit gibt es Gewinner und Verlierer durch einen harten Schnitt. Eine Analyse mit überraschenden Ergebnissen.

Großbritannien Erster Güterzug aus China trifft nach 18 Tagen in London ein (Reuters/S. Wermuth)

Direkte Zugverbindung mit Waren aus China für Großbritannien

Politiker in Brüssel und anderen europäischen Hauptstädten rechnen den Briten gern vor, dass sie selbst die größten Leidtragenden eines Austritts aus der Europäischen Union wären. Eine neue Untersuchung aber zeigt, dass die EU selbst große Einbußen durch den Brexit zu verkraften hätte. Ganz anders als andere Regionen der Welt. Das geht aus einem Bericht der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (Unctad) hervor.

Vor allem China und die USA könnten dem Bericht zufolge stark von einem ungeregelten Brexit profitieren. Bei einem EU-Austritt Großbritanniens ohne Abkommen würden dagegen die anderen europäischen Staaten und weitere Handelspartner Londons deutliche Exporteinbußen verzeichnen.

Unctad rechnet vor, dass Großbritannien für 3,5 Prozent des Welthandels steht. Das Land importierte im vergangenen Jahr Güter im Wert von 680 Milliarden Dollar (604 Milliarden Euro). Mehr als die Hälfte der Importe kam aus anderen EU-Ländern. 

Infografik Brexit Exporte nach Großbritannien DE

Auch die Schweiz verliert 

Bei einem No-Deal-Brexit - also einem Austritt Großbritanniens aus der EU ohne Übergangsphase, um neue Abkommen auszuhandeln - würden sich allerdings die Regeln für den Handel schlagartig ändern. Die europäischen Exporte nach Großbritannien würden dann um 35 Milliarden Dollar zurückgehen, heißt es in der Unctad-Studie. Auch die Türkei würde stark verlieren und müsste mit Einbußen von 2,4 Milliarden Dollar rechnen. Aber auch die kleine Schweiz würde noch verlieren.

Andere Weltregionen könnten in die entstehende Lücke vorrücken: China würde so seine Exporte nach Großbritannien um 10,2 Milliarden Dollar steigern können, die USA ihre Exporte um 5,3 Milliarden Dollar.

"Der Brexit ist nicht allein eine regionale Angelegenheit", sagte Pamela Coke-Hamilton von Unctad zu den Ergebnissen der Studie. Sobald London die anderen 27 EU-Länder hinter sich lassen, so Coke-Hamilton, "wird das die Fähigkeit von Nicht-EU-Ländern, nach Großbritannien zu liefern, verändern." Der Bericht der Unctad wurde veröffentlicht, während die EU und Großbritannien um eine mögliche Verschiebung des Austrittstermins für London ringen. So soll ein ungeregelter Brexit noch verhindert werden.

ar/hb (afp – UNCTAD)

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