Bombenanschläge erschüttern Irak | Aktuell Nahost | DW | 21.09.2013
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Aktuell Nahost

Bombenanschläge erschüttern Irak

Die Gewalt im Irak ebbt nicht ab: In Bagdad sind bei einem Anschlag mit drei Sprengsätzen mindestens 65 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt worden. Lediglich die Lage im Norden des Landes macht Hoffnung.

Nach Angaben der Polizei und Sanitäter explodierte zunächst in dem schiitisch dominierten Stadtteil Sadr City in der Hauptstadt eine Autobombe neben einem Zelt mit Trauergästen einer Beerdigung. Kurz darauf habe sich ein Selbstmordattentäter in einem Auto in die Luft gesprengt. Als sich Polizei, Sanitäter und Feuerwehr am Ort des Anschlags einfanden, sei ein dritter Sprengsatz explodiert, teilten die Behörden mit.

Angespannte Lage im Irak

Bei weiteren Anschlägen und Angriffen starben landesweit mindestens elf Menschen, in der Mehrzahl Sicherheitskräfte. In der 200 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Stadt Baidschi griffen fünf Selbstmordattentäter in Polizeiuniformen eine Polizeiwache an und töteten vier Beamte. Die meisten Polizisten hatten die Wache zu dem Zeitpunkt für einen Einsatz verlassen, sonst hätte es noch mehr Opfer gegeben. Offiziell bekannte sich niemand zu den Anschlägen.

Die Gewalt im Irak hat in den vergangenen Monaten wieder massiv zugenommen. Vor allem sunnitische Extremisten teils mit Verbindungen zur Islamistenorganisation Al-Kaida verüben Anschläge. Eineinhalb Jahre nach dem Abzug der US-Truppen versuchen sie so, die Spannungen zwischen den muslimischen Glaubensrichtungen zu verstärken und die von der Bevölkerungsmehrheit der Schiiten dominierte Regierung zu stürzen. Allein im August wurden dabei 800 Iraker getötet.

Wahlen im Nord-Irak

Währenddessen haben die Kurden im nördlichen Teil des Landes über ein neues Parlament abgestimmt. Rund drei Millionen Wähler hatten die Wahl zwischen mehr als 1100 Kandidaten, die sich um die 111 Sitze im Autonomie-Parlament bewerben. Schätzungsweise haben 65 Prozent der wahlberechtigten Bürger ihre Stimme abgegeben. Das Wahlergebnis wird mit Spannung erwartet, da die beiden großen Parteien erstmals gegeneinander antraten. Kleinere Parteien sehen darin auch die Chance auf mehr politische Teilhabe.

Die Sicherheitslage im Kurdengebiet ist wesentlich besser als in vielen anderen Regionen des Iraks. Seit 1991 ist dieser Landesteil weitgehend autonom. Nach dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein durch die US-Armee im Frühjahr 2003 wurde offiziell der Zusammenschluss der drei Nordprovinzen zum Autonomiegebiet "Kurdistan des Iraks" erklärt. Der Präsident und die kurdische Regierung haben ihren Sitz in der Stadt Erbil. In den Schulen wird auf kurdisch unterrichtet, die Region hat eine eigene Flagge und eigene Streitkräfte.

nis/gmf (afp, rtr, dpa)