Boeing-Raumkapsel fliegt nach nirgendwo | Aktuell Welt | DW | 20.12.2019
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Luft- und Raumfahrt

Boeing-Raumkapsel fliegt nach nirgendwo

Für Linienflüge zu den Sternen genügen die Qualitäten des "Starliners" noch nicht: Das Raumschiff kommt erst gar nicht in den geplanten Orbit. Zum Glück ist nur eine verkabelte Puppe an Bord.

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Starliner – Enttäuschung nach erfolgreichem Start

Der Testflug einer Raumkapsel, die das US-amerikanische Luftfahrtunternehmen Boeing für bemannte Raummissionen der NASA entwickelt hat, ist fehlgeschlagen. Nach ihrem Start vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral schlug "Starliner" nicht den richtigen Kurs zur Internationalen Raumstation ISS ein, wie Boeing und die NASA mitteilten. Daher werde die unbemannte Kapsel die ISS nicht erreichen. Eigentlich hätte der Testflug acht Tage dauern sollen.

Wie es zu der Panne kam, erläuterte NASA-Chef Jim Bridenstine: Nach der planmäßigen Trennung der Atlas-V-Rakete vom "Starliner" seien Probleme mit einem Antrieb aufgetreten. In der Folge habe das Raumschiff so viel Treibstoff verbraucht, dass es nicht mehr zur ISS gelangen konnte - in der eigentlich vorgesehenen Erdumlaufbahn kam es niemals an. Jetzt soll die Kapsel nach insgesamt 48 Stunden Flugzeit wieder auf der Erde landen.

Aus Abhängigkeit von Russland befreien

Der gescheiterte Test ist ein Rückschlag für die Vereinigten Staaten im Bemühen, von russischen Sojus-Raketen unabhängig zu werden. 2011 hatte die US-Raumfahrtbehörde ihr eigenes Shuttle-Programm nach drei Jahrzehnten eingestellt. Später wurde ein Strategiewechsel für eine Rückkehr zur bemannten Raumfahrt mit US-Raumkapseln eingeleitet: Statt selbst neue Shuttles zu entwickeln, wurden Privatunternehmen angeheuert.

Boeing Starliner Boeing Cape Canaveral Air Force Station (picture-alliance/newscom)

Falscher Kurs: "Starliner" wird niemals auf der ISS ankommen

Boeing wie auch der Konkurrent SpaceX erhielten Milliardenbeträge, um bemannte Raumfähren "Made in the USA" zu entwickeln. SpaceX absolvierte bereits im März einen erfolgreichen Testflug mit seiner Raumfähre "CrewDragon", die für bemannte Missionen vorgesehen ist. An Bord war - wie jetzt beim "Starliner" - nur ein Dummy, also eine mit Sensoren versehene Puppe, mit der die Flugbedingungen für Menschen getestet werden.

jj/ww (dpa, afp)

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