Blutiger Feuerüberfall auf AU-Basis im Süden Somalias | Aktuell Afrika | DW | 01.04.2018
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Somalia

Blutiger Feuerüberfall auf AU-Basis im Süden Somalias

Kämpfer der islamistischen Al-Shabaab-Miliz haben in Somalia einen Militärstützpunkt der Afrikanischen Union attackiert und zwei Sprengsätze gezündet. Es soll zahlreiche Todesopfer gegeben haben.

Somalia Mogadischu Terror Anschlag (Getty Images/AFP/M. Abdiwahab)

Die Al-Shabaab-Miliz verübt in Somalia immer wieder Anschläge, hier in Mogadischu (Archivbild)

Bei dem "groß angelegten, tödlichen Angriff" seien einige Soldaten aus Uganda ums Leben gekommen, sagte der örtliche Gouverneur Ali Nor Mohamed, ohne weitere Einzelheiten zu den Opfern zu nennen. Die ugandische Armee teilte mit, es seien 30 Kämpfer der Shabaab-Miliz getötet worden. Dagegen sprach ein Shabaab-Vertreter im milizeigenen Radiosender Andalus von 14 Opfern in den eigenen Reihen und 59 getöteten AU-Soldaten.

Nach Angaben des somalischen Gouverneurs hatten sich zwei Selbstmordattentäter mit Autos am Eingang der Militärbasis in der Stadt Buula-Mareer in der südwestlichen Region Lower Shabelle in die Luft gesprengt. Die Stadt liegt etwa 130 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Mogadischu. Ein somalischer Offizier ergänzte, danach hätten viele schwerbewaffnete Angreifer zu Fuß versucht, in das schwer befestigte Militärlager einzudringen.

Vermutlich Racheaktion für AU-Vorstoß

Offenbar kam es zu stundenlangen Feuergefechten. Vonseiten der Afrikanischen Union (AU) gab es zunächst keine Informationen zu dem Vorfall. Augenzeugen berichteten der Deutschen Presse-Agentur, sie hätten bei dem Feuerüberfall Explosionen und schweres Geschützfeuer gehört. Nach Angaben eines Polizeioffiziers handelt es sich vermutlich um eine Vergeltungsaktion für einen Angriff der AU-Truppe auf Positionen der Islamisten-Miliz in der Nacht zu Samstag in ländlichen Gebieten in der Nähe der Basis.

Die Al-Shabaab-Miliz, die sich mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündet hat, kämpft in Somalia seit Jahren für die Errichtung eines sogenannten Gottesstaats und die Einführung der Scharia. Eine 22.000 Mann starke AU-Truppe unterstützt die somalischen Streitkräfte im Kampf gegen die Terrormiliz. Die sunnitischen Fundamentalisten verüben immer wieder derartige Anschläge. Bei dem bislang tödlichsten Anschlag in Somalias jüngster Geschichte starben im Oktober in Mogadischu mehr als 500 Menschen. In Somalia herrscht seit 1991 Bürgerkrieg.

kle/jj (dpa, ape, afpe)

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