Blutiger Anschlag auf Wahlkampfkundgebung | Aktuell Asien | DW | 10.07.2018
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Pakistan

Blutiger Anschlag auf Wahlkampfkundgebung

Bei einem Selbstmordattentat im Nordwesten Pakistans wurden mindestens 20 Menschen getötet, viele erlitten Verletzungen. Unter den Todesopfern ist auch ein Mitglied einer einflussreichen Politikerfamilie.

Der Attentäter sprengte sich während einer Veranstaltung der Awami-National-Partei (ANP) in der Stadt Peshawar in die Luft. Unter den Todesopfern sei auch der ANP-Politiker Haroon Bilour, so die örtliche Polizei. Der Attentäter habe seinen Sprengsatz gezündet, als Bilour vor rund 200 Anhängern zu einer Rede ansetzen wollte. Die Polizei geht von einem gezielten Attentat aus.

Der linksliberale Politiker hatte für die Parlamentswahl am 25. Juli kandidieren wollen. Er stammte aus einer einflussreichen Politikerfamilie aus der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa. Bilours Vater Bashir Bilour war vor der Parlamentswahl 2013 ebenfalls bei einem Selbstmordanschlag getötet worden.

Pakistan Haroon Bilour, Awami Partei (picture-alliance/Zuma Press/Ppi)

Haroon Bilour bei einer Pressekonferenz im Mai

Die pakistanischen Taliban reklamieren das Attentat für sich. In Pakistan sind viele verschiedene extremistische Gruppen aktiv. Die paschtunische Awami-National-Partei, die sich entschieden gegen extremistische Gruppen wie die Taliban wendet, wurde in der Vergangenheit schon öfter Ziel islamistischer Extremisten. 

Hunderttausende Sicherheitskräfte sollen Wahlen sichern

Die Stadt Peshawar grenzt an die halbautonomen pakistanischen Stammesgebiete. Die unzugängliche Bergregion an der Grenze zu Afghanistan ist ein Rückzugsgebiet von Extremistengruppen aus beiden Ländern, Schmuggler und Drogenhändler nutzen die Stadt als Umschlagplatz. Die Armee konnte die militanten Gruppen in den vergangenen Jahren zurückdrängen, doch werden in der Region immer wieder schwere Anschläge verübt.

Nur wenige Stunden vor dem Anschlag hatte ein Sprecher des pakistanischen Militärs noch auf die prekäre Sicherheitslage vor der Parlamentswahl hingewiesen. Deshalb habe man die Zahl der Sicherheitskräfte um mehr als das Fünffache im Vergleich zu den Wahlen im Jahr 2013 erhöht. Laut dem Sprecher sollen 370.000 Sicherheitskräfte rund 85.300 Wahlurnen in 48.500 Gebäuden schützen. 

ie/wa (afp, dpa, ap)

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