Blutbad schockt Kanada | Aktuell Amerika | DW | 19.04.2020
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages
Anzeige

Amok

Blutbad schockt Kanada

Dramatische Nachrichten aus Kanada: Ein Mann hat in der Provinz Nova Scotia am Wochenende mindestens 16 Menschen getötet. Auch er selbst stirbt. Sein Motiv ist völlig unklar.

Mindestens 16 Todesopfer - das ist die blutige Bilanz eines Amoklaufs im Osten Kanadas. Die Opfer wurden an mehreren Tatorten in der Atlantik-Provinz Nova Scotia gefunden, wie die Behörden auf einer Pressekonferenz mitteilten. Auch eine Polizistin wurde demnach getötet. 

Die Einsatzkräfte waren am Samstagabend (Ortszeit) zu dem Dorf Portapique gerufen worden, nachdem der 51-jährige Täter dort um sich geschossen hatte. Vor und in einem Haus in der Gemeinde rund hundert Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Halifax fanden die Polizisten mehrere Leichen.

Polizei erschießt Amokläufer an Tankstelle 

Danach begann eine Verfolgungsjagd, die in mehrere andere Gemeinden der Provinz führte und in deren Verlauf die Einsatzkräfte auf mehrere Gebäude stießen, die in Flammen standen, wie der Chef der Polizeibehörde RCMP in Nova Scotia, Chris Leather, mitteilte. Am Sonntagvormittag erfolgte dann der Zugriff, in dessen Verlauf der Amokläufer an einer Tankstelle in der Gemeinde Enfield erschossen wurde.

Abtransport der Leiche des Amokläufers in der Gemeinde Enfield in der Provinz Nova Scotia (Foto: picture-alliance/empics/The Canadian Press/A. Vaughan)

Abtransport der Leiche des Amokläufers in der Gemeinde Enfield in der Provinz Nova Scotia

Für seine Flucht benutzte der Täter mehrere Fahrzeuge. Einem davon sei das Aussehen eines Polizeifahrzeugs verliehen worden, sagte Leather. Auch habe der Täter offenbar Teile einer Polizeiuniform getragen. Während der Verfolgungsjagd hatte die Polizei die Bevölkerung mehrfach vor dem Mann gewarnt, der kein Polizist sowie "bewaffnet und gefährlich" sei.

Offenbar kein terroristischer Hintergrund 

Das Motiv des Täters ist noch unklar. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gebe es nicht, sagte die nationale RCMP-Chefin Brenda Lucki dem Sender CBC. Der Täter war von Beruf Zahntechniker. Seine Opfer habe er zumindest teilweise anscheinend zufällig ausgewählt, sagte Leather. 

Kanadas Regierungschef Justin Trudeau sprach von einer "schrecklichen Situation". Schusswaffen-Angriffe mit mehreren Toten sind in dem Land deutlich seltener als in den USA. Die Waffengesetze sind in Kanada deutlich strikter als im Nachbarland. Der in den vergangenen Jahrzehnten schlimmste Schusswaffenangriff in Kanada ereignete sich 1989 in Montréal. Dort erschoss damals ein junger Mann an der Polytechnischen Hochschule 14 Frauen, bevor er sich selbst tötete. 

sti/wa/ack (dpa, rtr, afp)

Anzeige