Ausnahme-Schneesturm: Blizzard legt US-Ostküste lahm
Schneeschaufeln gegen Bezahlung, Flugabsagen und Stromausfälle: Ein heftiger Wintersturm hat den Alltag von Millionen Menschen im Nordosten der USA auf den Kopf gestellt. Spaß macht der Schnee aber auch.

Weißes Rauschen
Schnee, soweit das Auge reicht: Am Sonntag erreichte ein starker Schneesturm den Nordosten der USA und legte das öffentliche Leben zeitweise lahm. In New York funktionierte der öffentliche Nahverkehr nur eingeschränkt - da bleibt nur Laufen. Laut "New York Times" gab es in der Ostküstenmetropole seit dem Winter 2020/21 keine so großen Schneemengen mehr wie in diesem Jahr.
Starker Schneefall
Sie dürfen noch fahren: Ein Schneepflug räumt die Brooklyn Bridge in New York. Bürgermeister Zohran Mamdani hatte am Sonntagabend ein Fahrverbot für Autos, Lastwagen, Motorroller und E-Bikes erlassen, das bis Montag Mittag (Ortszeit) in Kraft blieb. Nur systemrelevante Beschäftigte und Einsatzkräfte waren von dem Verbot ausgenommen.
Schnee-Spaß
Das Winterwetter hat aber auch schöne Seiten: Ein Kind saust im Prospect Park einen Hügel hinunter. Schulen, städtische Büchereien und andere Einrichtungen blieben in New York und anderen betroffenen Gemeinden am Montag geschlossen. Für Hilfsbedürftige wurden Aufnahmezentren eingerichtet, damit sie dort Zuflucht suchen und sich aufwärmen können.
Von Maryland bis Maine
Unbeschwert war die Lage indes nicht überall: Starker Wind und schwerer, nasser Schnee ließen Bäume umstürzen, beschädigten Stromleitungen und verursachten Überschwemmungen an der Küste von Massachusetts, so wie hier in Scituate. Für über 40 Millionen US-Bürger von Washington D.C. bis in den im äußersten Nordosten der USA gelegenen Bundesstaat Maine war eine Blizzard-Warnung ausgesprochen worden.
Stillstand auf den Straßen
Die Ostküste ist weiter im Krisenmodus: Am Montagabend (Ortszeit) waren laut dem Portal "Poweroutage" noch immer etwa 500.000 Haushalte ohne Strom. Und auch nach Aufhebung der Fahrverbote, die vielerorts galten, riefen die Behörden dazu auf, unnötige Fahrten wegen akuter Unfallgefahr weiter zu vermeiden - so kann dieser Mann ganz entspannt über die Straße marschieren.
Frierende Vögel
Ein bisschen Wärme: Enten drängen sich am an der Gapstow Bridge im New Yorker Cental Park zusammen. Fast 50 Zentimeter Schnee gingen laut der Nationalen Wetterbehörde in dem berühmten Park nieder - in Teilen des Bundesstaats Rhode Island fiel fast ein Meter Schnee, im Bundesstaat Massachusetts wurden teilweise mehr als 80 Zentimeter gemessen.
Schotter fürs Schippen
Unerwartete Verdienstmöglichkeit: New Yorks Bürgermeister Mamdani warb per Videobotschaft auf der Plattform X um Freiwillige, die für 30 Dollar (umgerechnet 25 Euro) die Stunde Schnee schaufeln. Auch sonst versuchten viele New Yorkerinnen und New Yorker, das Beste aus der Ausnahmesituation zu machen: In den Parks der Stadt entstanden in wenigen Stunden ganze Armadas von Schneefiguren.
Auf dem Boden geblieben
Nichts fliegt mehr: An den Flughäfen in New York und New Jersey, so wie hier am LaGuardia Airport, lag der Flugverkehr auch am Montagabend (Ortszeit) komplett still. Man sei mit "Hochdruck im Einsatz, um die Schneeräumung an allen unseren Anlagen fortzusetzen", teilte der Sprecher der für Luft-, Land-, Schienen- und Seewege zuständigen Behörde mit. Etwa 4700 Flüge wurden gestrichen.
Schwammige Skyline
Sichtweite unter 400 Metern: In New York schränkte heftiger Schneefall bereits am Sonntagabend die Sicht so weit ein, dass die Wolkenkratzer Manhattans vom Stadtbezirk Brooklyn jenseits des East River aus kaum noch zu erkennen waren. Einen Sturm dieses Ausmaßes habe die Stadt seit zehn Jahren nicht erlebt, erklärte Bürgermeister Mamdani.
Schwierige Straßenverhältnisse
Fußgänger kämpfen sich über Schneeverwehungen in New York. Der aktuelle Sturm ist Teil einer Serie extremer Winterwetterlagen in den USA. Bereits Ende Januar und Anfang Februar hatten weite Teile des Landes mit schweren Schneestürmen und ungewöhnlich niedrigen Temperaturen zu kämpfen. Mehr als hundert Menschen kamen ums Leben. Über Todesopfer infolge des aktuellen Sturms ist bisher nichts bekannt.