Bitcoin 2018 - dem Höhenflug folgte der Absturz | Wirtschaft | DW | 24.12.2018
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Digitalwährungen

Bitcoin 2018 - dem Höhenflug folgte der Absturz

Der Bitcoin erlebte vor einem Jahr einen Höhenrausch: Da kostete die Digitalwährung über 20.000 Dollar. Doch 2018 hat der Bitcoin hunderte Milliarden Dollar verbrannt - und seine Zukunft ist höchst ungewiss.

Wer zum richtigen Zeitpunkt Geld in Bitcoin gesteckt hat, könnte mittlerweile auf den Malediven sitzen und den lieben langen Tag nichts anders tun als Geld zählen. Es gibt solche Geschichten, die auf dem faszinierenden Aufstieg der digitalen Währung beruhen. Geschichten von Milliardären quasi über Nacht. Vermögen, gespeist aus nichts als dem stillen Gleiten von Bits und Bites im digitalen Raum.

Vor ziemlich genau einem Jahr, im Dezember 2017, erreichte der Bitcoin-Hype einen ungeahnten Höhepunkt: Ein Digi-Taler kostete zeitweise mehr als zwanzig tausend Dollar. Seither allerdings ging es fast ebenso rasant wieder bergab mit dem größten Hoffnungsträger der Fans von digitalen Währungen.

Der Höhenrausch entpuppte sich als eine Blase. 2018 ist der Bitcoin nämlich wieder um fast 80 Prozent von seinem schwindelerregendem Höhenflug abgestürzt. Und im Dezember - ein Jahr nach dem Höhenrausch - ist er noch einmal besonders stark unter Druck geraten, fiel kurzzeitig unter 3000 Dollar pro Stück. Ein klarer Fall von einem Angebot mit mangelnder Nachfrage.

Deutschland Hannover CeBIT - Bitcoin Ballon (DW/Z. Abbany)

Noch ist die Bitcoinblase nicht geplatzt, aber die Zukunft des Digitalgeldes gilt noch als sehr unsicher.

Geld ohne Zentralbank

"Bitcoin hat keinen natürlichen Preis oder Wert", sagt Henrik Leber, Fondsmanager bei der Vermögensverwaltung Acatis. "Er basiert ausschließlich auf Angebot und Nachfrage". Doch gerade deswegen ist Leber, der selbst in Bitcoin investiert hat, optimistisch: Der Bitcoin könne in Zukunft auch wieder im Wert steigen. "Wenn viele sagen, der Bitcoin ist ein gutes und fälschungssicheres Werkzeug, mit dem ich Wert aufbewahren kann über Ländergrenzen hinweg, dann wird der Wert entsprechend hoch sein".

Es gibt noch ein anders Argument, das Digitalwährungen wie den Bitcoin stützt: Die maximale Obergrenze der Anzahl von Bitcoin, die jemals existieren kann, ist 21 Millionen. Und anders als im realen Geldsystem gibt es im digitalen Raum keine Notenbank, die Bitcoin einfach drucken und damit inflationieren könnte.

Das übrigens ist einer der Gründe, warum Bitcoin überhaupt erfunden wurde. Die Digitalwährung sollte nach der großen Finanz- und Wirtschaftskrise eine Alternative zum bestehenden Geldsystem schaffen: Ein Geldsystem, das ohne Banken und Notenbanken auskommt.

Nervenstärke ist gefragt

Jedenfalls - das hat sich auf Grund der enormen Schwankungen der Kurse von Digitalwährungen herausgestellt - muss Zeit, Geduld und starke Nerven mitbringen, wer in Bitcoin & co. sein finanzielles Heil sucht. Denn auch andere Digitalwährungen folgten dem Bitcoin in seinem Tiefenrausch. Es gibt mittlerweile etliche digitale Währungen: Die Internetseite Coinmarketcap.com listet mittlerweile über 2000 auf.

Nun gilt es offenbar, die Spreu vom Weizen zu trennen. Sollte auch auf diesem Markt das Internet-Prinzip "The Winner takes it all" gelten, spräche das für den Bitcoin - und dann auch einen wieder steigenden Kurs. Robert Halver, Aktienstratege der Baader Bank allerdings ist skeptisch: "Wenn man die Bitcoin-Währung mit dem "Neuen Markt" zur Jahrtausendwende vergleicht, dann stellt man fest, dass die Ähnlichkeiten nicht zufällig sind: Wir hatten einen Riesen-Hype in beiden Fällen, aber mittlerweile ist die Luft wieder raus und die Euphorie verflogen".

Der Bitcoin bleibt volatil

Allerdings ist es für einen Abgesang auf Kryptowährungen wie den Bitcoin noch zu früh. Das hat sich nach dem Kurssturz von Mitte November bis Mitte Dezember gezeigt. Seither ist der Bitcoin wieder um rund ein Viertel geklettert.

Die Schwankungen halten also an - und sie werden wohl auch so schnell nicht verschwinden. Deswegen ist eine Vorhersage, wie der Kursverlauf in 2019 aussehen könnte, äußerst schwer zu treffen.

Symbolbild Blockchain (Imago/C. Ohde)

Von Gegenwart und Zukunft der Digitalwährungen ganz unabhängig, könnte der Blockchain die Zukunft gehören.

Der Blockcain könnte die Zukunft gehören

In einem aber sind sich fast alle Beobachter einig: Die dem Bitcoin zu Grunde liegende Technik - Blockchain - wird wohl schon bald in vielen Bereichen Einzug halten. Denn sie verspricht Transparenz und Fälschungssicherheit zugleich. Lieferwege können nachvollzogen, Verträge geschlossen und Besitzansprüche überschrieben werden.

Deswegen testen viele Unternehmen bereits Einsatzmöglichkeiten für diese mögliche Technologie der Zukunft. Laut einer Studie des IT-Verbandes Bitkom gehen 15 Prozent der befragten Unternehmen davon aus, dass Blockchain Gesellschaft und Wirtschaft ebenso stark verändern könnte wie einst die Einführung des Internets.

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