Bildungsbericht: Licht und Schatten | Deutschlehrer-Info | DW | 23.06.2016
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Deutschlehrer-Info

Bildungsbericht: Licht und Schatten

Der Bericht „Bildung in Deutschland“ informiert alle zwei Jahre über die Lage des Bildungswesens. Die gute Nachricht 2016 lautet: Das Bildungsniveau in Deutschland steigt. Die schlechte: Die Ungleichheiten bleiben.

In Deutschland ist Bildungserfolg noch immer zu eng mit der sozialen Herkunft verbunden, auch wenn sich die Situation in den letzten Jahren verbessert hat. So lässt sich eine Kernthese des aktuellen Berichts „Bildung in Deutschland 2016“, der vom Bildungsministerium und der Kultusministerkonferenz herausgegeben wurde, zusammenfassen.

Demnach hat sich seit dem ersten Bericht 2006 der Bildungsstand der Bevölkerung verbessert, was sich auch bei den Schulabschlüssen zeigt: Während 2006 nur knapp 30 Prozent der Schüler das Abitur machten, waren es 2014 schon über 40 Prozent. Allerdings ist auffällig, dass ausländische Jugendliche nach wie vor mehr als doppelt so häufig das Schulsystem ohne Hauptschulabschluss verlassen und dreimal seltener die Hochschulreife erreichen.

„Der Zugang zu Bildung erfolgt nach wie vor unter sehr unterschiedlichen Voraussetzungen“, kommentiert Kai Maaz, der Sprecher der Autorengruppe für den diesjährigen Bildungsbericht vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF). Die sozioökonomische Herkunft, die oftmals mit dem Migrationshintergrund in Verbindung stehe, übe weiterhin einen starken Einfluss auf den Bildungserfolg aus. Zwar hat sich der Anteil von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die sich in mindestens einer Risikolage befinden, seit 2006 um 10 Prozentpunkte reduziert, sie liegt mit 44 Prozent im Jahr 2014 aber immer noch deutlich über dem Anteil der Kinder und Jugendlichen ohne Migrationshintergrund.

Doch die Forscher stellen auch Fortschritte fest. So nähern sich die Bildungsbeteiligungsquoten von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund an. Die Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund haben sich sowohl im Grundschul- als auch im Sekundarbereich verbessert. Beispielsweise verkleinerte sich die Risikogruppe der leseschwachen 15-Jährigen seit der Pisa-Studie 2000 von 23 Prozent auf 15 Prozent.

Zu den zukünftigen Herausforderungen zählen die Experten vor allem die Integration von Flüchtlingen: Sprachliche Bildung von Asylsuchenden sei „eine ebenso vordringliche wie kontinuierliche Aufgabe und erfordere in allen Bereichen verstärkte Anstrengungen sowie zusätzliche personelle Ressourcen.“ Wegen der gestiegenen Zahl an Flüchtlingen in Deutschland rechnen die Autoren mit zusätzlichen Kosten von 2,2 bis 3 Milliarden Euro pro Jahr. Allein für die im Jahr 2015 nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge müssten bis zu 44.000 neue Lehrer eingestellt werden.


ip/mk (AFP, dpa, epd)

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