Berufungsprozess im Fall Karadzic beginnt | Aktuell Europa | DW | 23.04.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kriegsverbrechen

Berufungsprozess im Fall Karadzic beginnt

Der Prozess um den Völkermord in Srebrenica gegen Ex-Serbenführer Radovan Karadzic geht in die letzte Runde. Der verurteilte Kriegsverbrecher sieht sich als Opfer.

Im Berufungsverfahren will der verurteilte Kriegsverbrecher eine Aufhebung seines Schuldspruches erreichen. Doch auch die Anklage hatte Berufung gegen das Urteil eingelegt. Chefankläger Serge Brammertz hält das Urteil gegen Radovan Karadzic (Artikelbild) für zu mild und will eine lebenslange Haftstrafe erreichen.

Das UN-Kriegsverbrechertribunal hatte ihn 2016 in erster Instanz für den Völkermord von Srebrenica 1995, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 40 Jahren Haft verurteilt. Karadzic ficht das Urteil an, da er aus seiner Sicht Opfer eines "politischen Prozesses" war.

Ethnische Säuberung während des Bosnienkrieges

Das Massaker von Srebrenica gilt als das größte Kriegsverbrechen auf europäischem Boden seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Serbische Einheiten hatten die damalige UN-Schutzzone überrannt und danach rund 8000 muslimische Männer und Jungen ermordet. Karadzic war als politisch Verantwortlicher schuldig gesprochen worden.

Mann blickt Fahndungsplakate Radovan Karadzic und General Ratko Mladic in Sarajevo (picture-alliance/dpa)

Mladic und Karadzic wurden per Steckbrief gesucht

Als militärischer Oberbefehlshaber wurde der serbische Ex-General Ratko Mladic Ende 2017 zu lebenslanger Haft verurteilt  - auch für den Völkermord von Srebrenica.

Der zweitägige Berufungsprozess gegen Karadzic findet vor dem "Internationalen Residualmechanismus für die Ad-hoc-Strafgerichtshöfe" (MICT) in Den Haag statt. Das UN-Gericht ist Rechtsnachfolger des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) und des Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda (ICTR). Ein Urteil wird erst in einigen Monaten erwartet.

jv/wa (dpa, afp)

Die Redaktion empfiehlt