Belästigungs-Vorwurf gegen Joe Biden | Aktuell Amerika | DW | 01.04.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

USA

Belästigungs-Vorwurf gegen Joe Biden

Der frühere US-Vizepräsident Joe Biden sieht sich Vorwürfen einer Parteikollegin gegenüber: Er habe sie unerlaubt auf den Hinterkopf geküsst. Der mögliche Herausforderer von Präsident Trump will sie anhören.

Flores und Biden 2014 in Nevada (Getty Images/E. Miller)

Flores und Biden 2014 in Nevada

Der frühere US-Vizepräsident Joe Biden hat sich gegen Vorwürfe verteidigt, er habe sich einer Frau gegenüber anzüglich verhalten. Über seinen Sprecher ließ Biden mitteilen, sein Verhalten sei aus seiner Sicht nie unangemessen gewesen. Eine Politikerin hatte ihm vorgeworfen, sie bei einem Wahlkampfauftritt auf den Hinterkopf geküsst zu haben. 

Die Vorwürfe von Lucy Flores kommen just zu einer Zeit, in der Biden eine Entscheidung über eine mögliche Präsidentschaftskandidatur zu treffen hat. In den Umfragen liegt er zum Teil deutlich vor seinen demokratischen Parteikollegen und auch deutlich vor dem Amtsinhaber Trump. 

Biden äußerte sich am Sonntag in einem Statement zu den Vorwürfen. "In meinen vielen Jahren im Wahlkampf und im öffentlichen Leben habe ich unzählige Handschläge ausgetauscht, Umarmungen, Sympathiebekundungen, Unterstützung und Trost. Nicht einmal, nie, hätte ich gedacht, unangemessen zu handeln", heißt es in der Stellungnahme. 

Biden fügte allerdings hinzu, seine Erinnerung decke sich vielleicht nicht mit der der Betroffenen. "Wir haben eine wichtige Zeit erreicht, in der Frauen das Gefühl haben, dass sie von ihren Erfahrungen berichten können und sollten und Männer zuhören sollten. Und das werde ich tun."

Flores hatte in einem Zeitungsbeitrag erklärt, Biden habe sich bei einem ihrer Wahlkampfauftritte im Rahmen der Kandidatur für das Amt der Vize-Gouverneurin in Nevada im Jahr 2014 von hinten genähert, an ihrem Haar gerochen und ihr einen Kuss auf den Hinterkopf gegeben. Flores erklärte, es sei sicher nicht ungesetzlich gewesen, was Biden getan habe. Sie wollte aber auf das Verhalten des damaligen Vizepräsidenten aufmerksam machen.

Zu Bidens Erklärung sagte Flores im Fernsehsender CNN, sie sei froh, dass er sich ihre Sichtweise anhören wolle. Sein Verhalten mache ihn aber ungeeignet, im kommenden Jahr als demokratischer Herausforderer von US-Präsident Donald Trump anzutreten. Biden hatte bereits früher in einem anderen Zusammenhang eingeräumt, seine Neigung zum Körperkontakt könne in Zeiten der #MeToo-Bewegung zum Problem werden.

stu/wa (dpa, afp)