Beim FC Bayern dreht sich alles um Philippe Coutinho | Sport | DW | 30.09.2019
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Münchner Hoffnungsträger

Beim FC Bayern dreht sich alles um Philippe Coutinho

Philippe Coutinho soll den FC Bayern auf das höchste Niveau heben. In der Bundesliga hat er sein Können bereits angedeutet. Nun beginnt die Phase der Saison, in der sich die Investition des Klubs rentieren soll.

Philippe Coutinho wirkte zufrieden, als er am Wochenende in den Umkleidetrakt der Paderborner Benteler-Arena stapfte. Hier schüttelte er nochmal eine Hand, dort grüßte er augenzwinkernd. 90 Minuten lang hatte der 27-Jährige gegen Aufsteiger SC Paderborn auf dem Platz gestanden - und die Partie beim Aufsteiger hatte beim Brasilianer dazu beigetragen, körperliche Defizite weiter aufzuarbeiten.

Das 3:2 des FC Bayern beim SC Paderborn war allerdings nicht mehr als ein Pflichtsieg für den Rekordmeister, der auch nur aufgrund des positiven Endergebnisses für ruhige Stimmung in München sorgte - zu unsouverän präsentierten sich die Bayern beim Underdog. Für Coutinho hatte die Begegnung dagegen größere Bedeutung: Er ist schließlich gerade dabei, sich seinen Platz im Team zu erarbeiten.

Trainer Kovac schwärmt

Coutinho spielte in Paderborn auf der Zehnerposition im zentralen Mittelfeld und versuchte dem Spiel der Münchner mit seinen außergewöhnlichen technischen Fähigkeiten die nötige Portion Esprit zu verleihen, mit der sich sein Team von der Konkurrenz abheben kann. Nicht nur in der Bundesliga, sondern vor allem in der Champions League, wo am Dienstagabend mit dem Auswärtsspiel bei den Tottenham Hotspur ansteht (Anstoß 21 Uhr MESZ, ab 20:45 Uhr im DW-Liveticker), die der eigentliche Gradmesser für die Beurteilung einer Saison bei den Bayern ist, soll Coutinho den Unterschied ausmachen. 

In München ist ein Hype um Coutinho entstanden, den auch sein Trainer Niko Kovac nach dem Schlusspfiff in Paderborn befeuerte: "Alle Leute im Stadion und die, die sich das Spiel angeschaut haben, haben wieder einmal gesehen, welche Fähigkeiten er mit dem Ball hat. Teilweise tanzt er mit ihm", schwärmte der Coach. "Er weiß ganz genau, wann er was wie wo mit dem Ball machen muss. Er wird uns mit Sicherheit noch mehr helfen. Er ist schon gut dabei. Er ist integriert und glücklich hier." 

Salihamidzic: "Noch Luft nach oben"

Tatsächlich hatte Coutinho vor allem in der ersten Hälfte geniale Momente, sein eigentlich kompliziertes hohes Zuspiel auf Serge Gnabry vor dem 1:0 wirkte leicht und geradezu mühelos. Es wirkte häufig, als streichele er den Ball, wenn einige andere Spieler auf dem Feld eher damit beschäftigt sind, sich eine gewisse Ballkontrolle zu erarbeiten.

Philippe Coutinho beim Torschuss gegen den SC Paderborn (picture-alliance/dpa/D. Inderlied)

Philippe Coutinho erzielte gegen den SC Paderborn sein zweites Bundesliga-Tor

Doch auch schon in den ersten 45 Minuten leistete sich Coutinho ein paar unverständliche Fehlpässe. In der zweiten Hälfte war ihm dann anzumerken, dass seine Kräfte deutlich nachließen. Seine Fehleranfälligkeit wurde größer, die besondere Klasse des Brasilianers trat mehr und mehr in den Hintergrund. Daran änderte auch sein Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 nichts. Coutinho bekam das Spiel nicht mehr in den Griff und musste gemeinsam mit seinen Teamkollegen sogar noch zittern, ob der SCP nicht vielleicht doch noch den Ausgleich erzielte.     

"Ich glaube, dass er noch Luft nach oben hat. Wenn er noch ein paar Wochen in den Beinen hat, wird er noch fitter und besser", prophezeite Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Es dreht sich derzeit fast alles um Coutinho beim Rekordmeister. Leidtragender dieser Personalie ist vor allem Thomas Müller, der sich auf der Reservebank wiederfindet.

Höchstes Klub-Niveau ist der Gradmesser

Gegen den 1.FC Köln und Paderborn konnte Coutinho zweimal über 90 Minuten einen Arbeitsnachweis abliefern, bei dem er seine besonderen Fähigkeiten mehrfach andeuten konnte, wegen denen die Bayern für eine Saison 8,5 Millionen Euro Leihgebühr an den FC Barcelona überweisen.

In London gegen die Spurs dürfte allerdings eine anspruchsvollere Prüfung auf den bescheidenen jungen Mann warten. Spätestens dann wird sich erstmals andeuten, ob Coutinho die von Barcelona geforderte Ablösesumme wert ist. Wollen die Bayern den Brasilianer am Ende der Saison fest verpflichten, soll er eine Ablösesumme von 120 Millionen Euro kosten.

Die Champions League und die Duelle gegen die großen Teams dort sind in München der Gradmesser für Coutinho. Noch bleibt er nur ein Versprechen auf eine bessere (internationale) Zukunft beim FC Bayern. Coutinho steht in der Königklasse noch mehr im Fokus als sonst. Nur hier kann er beweisen, ob es richtig war, ihn nach München zu holen - und vielleicht auch dort zu behalten.

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