BBC: Kritik nach Angriff bei Trump-Auftritt | Aktuell Amerika | DW | 12.02.2019
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Gewalt gegen Journalisten

BBC: Kritik nach Angriff bei Trump-Auftritt

Nach dem Übergriff gegen einen Kameramann der britischen BBC bei einem Wahlkampfauftritt von US-Präsident Donald Trump wächst die Sorge um die Sicherheit von Journalisten in den USA. Der Sender fordert Konsequenzen.

USA Virginia - Präsident Trump spricht auf der Make America Great Again Rallye (Reuters/L. Millis)

Auf Kriegsfuß mit den Medien: US-Präsident Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Charleston im August 2018

Ein Anhänger Donald Trumps hatte am Montagabend (Ortszeit) bei einer Wahlkampfveranstaltung im texanischen El Paso den BBC-Kameramann Ron Skeans heftig geschubst und beschimpft. Nach Angaben des bei dem Auftritt anwesenden Washington-Korrespondenten des britischen Senders, Gary O'Donoghue, kam es zu dem Übergriff, nachdem der US-Präsident "die Menge wiederholt wegen angeblicher Voreingenommenheit der Medien aufgepeitscht hatte".

Trump hatte seine Rede unterbrochen, um zu fragen, ob alles in Ordnung sei, sprach aber später auf der Bühne wieder von den "völlig unehrlichen Medien".

BBC fordert Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen

Die BBC schrieb nach eigenen Angaben an die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, und forderte sie auf, die Sicherheitsvorkehrungen für Journalisten bei Wahlkampfauftritten von Trump zu überprüfen. Laut dem BBC-Büroleiter für Nordamerika, Paul Danahar, war der Zugang zum Medienbereich während der Trump-Veranstaltung unbeaufsichtigt. Auch hätten keine Sicherheitsbeamten während oder nach der Attacke eingegriffen. Danahar trat damit der Darstellung von Trumps Wahlkampfteam für 2020 entgegen, welches das "rasche Eingreifen" der Sicherheitskräfte gelobt hatte.

Sanders erklärte, der Präsident verurteile jegliche Gewalttaten gegen einzelne Personen oder Gruppen - auch gegen Journalisten. "Wir rufen alle auf, die an einer Veranstaltung teilnehmen, sich friedlich und respektvoll zu verhalten." Für die Sicherheitsmaßnahmen bei Trumps Wahlkampfauftritten sei aber dessen Kampagnenteam zuständig, so Sanders.

Hunt: Gewalt gegen Journalisten "macht uns große Sorgen"

Der britische Außenminister Jeremy Hunt verurteilte den Angriff. "Es ist nie akzeptabel, wenn Journalisten und Kameraleute attackiert werden, nur weil sie ihren Job machen", sagte der Tory-Politiker dem Sender Sky News. Der Vorfall stehe im Zusammenhang mit einem größeren Problem. "Im vergangenen Jahr wurden 80 Journalisten wegen ihrer Arbeit getötet. Das macht uns große Sorgen", so Hunt.

Auch in den USA selbst sorgte der Vorfall für Empörung. Der Präsident der White House Correspondents' Association (WHCA), Olivier Knox, erklärte, man sei "erleichtert, dass diesmal niemand ernsthaft verletzt wurde". Zugleich mahnte er, Trump müsse seinen Anhängern unmissverständlich klar machen, dass Gewalt gegenüber Reportern nicht hinnehmbar sei.

"Feinde des Volkes"

Journalisten werden bei Trumps Wahlkampfveranstaltungen regelmäßig ausgebuht und beschimpft - befeuert durch die Medienschelte des Präsidenten, der Journalisten als "Feinde des Volkes" verunglimpft.

Journalistenverbände mahnen seit langem, Trumps aggressive Rhetorik gegenüber der Presse sei gefährlich und stachele zu Attacken auf Reporter an. Im vergangenen Oktober hatte Trump einen Kongressabgeordneten für den gewaltsamen Übergriff auf einen Journalisten gelobt und sich auch damit heftige Kritik eingehandelt.

hk/djo (dpa, afp, ap)