Bayer: Listen von Monsanto-Kritikern in mindestens sieben EU-Ländern | Aktuell Amerika | DW | 21.05.2019
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Bayer-Monsanto

Bayer: Listen von Monsanto-Kritikern in mindestens sieben EU-Ländern

Dauer-Giftalarm für den Bayer-Konzern: Nicht nur der (Prozess-)kostenträchtige Monsanto-Unkrautvernichter "Roundup" schlägt den Leverkusenern auf den Magen - auch der Umgang des US-Konzerns mit seinen Kritikern.

Der US-Konzern Monsanto hat vor der Übernahme durch Bayer nicht nur in Frankreich umstrittene Listen mit Kritikern erstellen lassen. Nach aktuellem Stand gehe man auch von Listen in Deutschland, Italien, den Niederlanden, Polen, Spanien und Großbritannien aus, teilte Bayer in Leverkusen mit. Die von dem Konzern beauftragte Anwaltskanzlei Sidley Austin soll nun untersuchen, ob es in weiteren Ländern derartige Listen gegeben hat. Wie viele Menschen darauf stünden, werde noch geklärt. Betroffene sollten spätestens Ende kommender Woche informiert werden.

Bayer-Vorstandschef Werner Baumann (Foto: Reuters/W. Rattay)

Wie oft wird er insgeheim die Monsanto-Übernahme schon bedauert haben? Bayer-Vorstandschef Werner Baumann

Der Skandal um das Gebaren von Monsanto war Mitte Mai im Zuge von Vorermittlungen der französischen Behörden hochgekocht. Sie verdächtigen den US-Saatgut- und Pestizidhersteller, illegal private Daten erfasst zu haben. Rund 200 Namen von Wissenschaftlern, Journalisten und Politikern sollen auf den Listen von Monsanto stehen. Bayer hatte sich für die "komplett unangemessene" Praxis entschuldigt. "Es ist uns wichtig, die Aufklärung des Sachverhaltes voranzutreiben," schrieb Konzernchef Werner Baumann vergangene Woche in einem offenen Brief an den Bundestag.

Eine Roundup-Sprühflasche im Einsatz (Foto: Reuters/B. Tessier)

Wie gefährlich ist das Unkrautvernichtungsmittel für den Menschen? Eine "Roundup"-Sprühflasche im Einsatz

Bayer hatte Monsanto im vergangenen Jahr für eine Rekordsumme von 63 Milliarden Dollar (56 Milliarden Euro) gekauft. Seitdem bereitet Monsanto dem Leverkusener Unternehmen Sorgen. Bayer sieht sich etwa 13.400 Klägern in den USA wegen angeblicher Krebsrisiken durch das glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel "Roundup" gegenüber. Vergangene Woche hatte Bayer den dritten Prozess verloren und wurde zu einer Schadenersatzsumme von rund zwei Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) verurteilt - deutlich mehr als in den ersten beiden Prozessen. Die Summe dürfte Experten zufolge zwar vom Richter reduziert werden, und Bayer kündigte bereits an, in Berufung zu gehen. Die Unsicherheit wegen der Glyphosat-Prozesse lastet aber schwer auf den Aktien. Seit dem ersten Urteil gegen Monsanto im vergangenen August haben die Bayer-Papiere rund 40 Prozent an Wert verloren.

sti/as (afp, dpa, rtr)

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