Bau an Ostseepipeline Nord Stream 2 geht weiter | Aktuell Europa | DW | 11.12.2020
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Erdgas

Bau an Ostseepipeline Nord Stream 2 geht weiter

Ein Jahr lang ruhten die Arbeiten an der Erdgas-Pipeline Nord Stream 2, weil die USA mit Sanktionen drohten. Nun verlegt Russland wieder Rohre.

Gestapelte Rohre, im Hintergrund ein Leuchtturm und ein Schiff, das Richtung Meer fährt

Bei Sassnitz in Mecklenburg-Vorpommern lagern Rohre für die Ostsee-Pipeline auf einem Hafengelände

Die Verlegearbeiten seien wie geplant am Freitag fortgesetzt worden, teilte ein Sprecher des umstrittenen Pipeline-Projekts Nord Stream 2 mit.

Der Neustart bei den Arbeiten hatte sich bereits zuvor abgezeichnet: Vergangenes Wochenende machten sich die russischen Spezialschiffe für die Verlegung von Pipelines, "Fortuna" und "Akademik Tscherski", auf den Weg in Richtung der Baustelle.

Verlegeschiff Fortuna im Meer

Das Schiff Fortuna legt wieder Rohre in der Ostsee - hier Ende September auf dem Weg nach Wismar

Das Schiff "Fortuna" werde nun einen 2,6 Kilometer langen Leitungsabschnitt in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) in einer Wassertiefe von weniger als 30 Metern verlegen, hieß es von dem Sprecher. "Alle Bautätigkeiten erfolgen in Übereinstimmung mit den vorliegenden Genehmigungen", betonte er. Über die weiteren Bauarbeiten im Meer werde das Unternehmen "zu gegebener Zeit" informieren.

Zu 94 Prozent fertig

Nach Angaben des Konsortiums müssen bis zur Fertigstellung noch sechs Prozent der Pipeline gebaut werden. Es handelt sich um eine Strecke von 120 Kilometern in deutschen und dänischen Gewässern.

Nord Stream 2 soll Gas von Russland nach Deutschland transportieren und ist besonders auch in Osteuropa umstritten. Befürchtet wird vor allem eine Schwächung alternativer Pipelines und traditioneller Transitländer, etwa der Ukraine.

Die US-Regierung lehnt den Bau von Nord Stream 2 entschieden ab. Washington sagt, dass sich die Europäer von russischem Erdgas abhängig machen. Zugleich wollen die USA eigenes Erdgas nach Europa verkaufen.

Video ansehen 04:58

Im Visier der USA: Sassnitz

Ende 2019 waren die Bauarbeiten gestoppt worden, nachdem die USA Sanktionen in Kraft gesetzt hatte. Die beiden Schweizer Schiffe, die Rohre verlegten, wurden daraufhin abgezogen. Sanktionsdrohungen gab es auch gegen den deutschen Hafen Sassnitz-Mukran auf Rügen, wo Rohre für Nord Stream 2 lagern.

Nach der Ankündigung über die Wiederaufnahme der Arbeiten stieg der Aktienkurs des russischen Energieriesen Gazprom an der Moskauer Börse um 3,5 Prozent. Gazprom ist Teil des internationalen Betreiberkonsortiums von Nord Stream 2.

ust/haz (dpa, afp, rtr)

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