Bahn klagt mit Bundeswehr und 40 Firmen gegen Lkw-Kartell | Aktuell Deutschland | DW | 20.12.2017
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Logistik

Bahn klagt mit Bundeswehr und 40 Firmen gegen Lkw-Kartell

Mindestens 14 Jahre lang sollen Manager großer Unternehmen geheim die Preise untereinander abgesprochen haben. Dutzende Großkunden fordern nun gemeinsam Schadenersatz.

LKW Parkplatz (picture-alliance/dpa/R. Hirschberger)

Hart umkämpfter Markt: 30 Millionen Laster dürften auf Europas Straßen verkehren

Zuletzt hatte sich auch die Bundeswehr der Klage gegen die Hersteller von Lastkraftwagen angeschlossen. Ihr geht es nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums um bis zu 10.000 Fahrzeuge. Die Federführung hat die Deutsche Bahn übernommen, die nun für mehr als 40 Firmen Klage beim Landgericht München einreichte. Die Bahn-Tochter DB Schenker - der größte Landspediteur Europas - spricht von mehreren Tausend Lastwagen.  

Es gehe um Schadenersatzansprüche gegen die Hersteller DAF, Daimler, Iveco, MAN und Volvo/Renault, erläuterte die Bahn. "Mit den illegalen Preisabsprachen wurde uns und den anderen Geschädigten ein enormer Schaden zugefügt", so DB-Personalvorstand Ulrich Weber. Mit der Klage mache die Bahn gebündelt Schadensersatzansprüche für unerlaubte Preisabsprachen bei insgesamt rund 35.000 vom Kartell betroffenen Lkw geltend.

LKW Auf Automesse (picture-alliance/dpa/J. Stratenschulte)

Während man auf den Messen die modernsten Modelle angepries, wurden in den Hinterzimmern die Preise ausgeklüngelt

Dabei gehe es um ein Einkaufsvolumen von deutlich über zwei Milliarden Euro. Die Höhe des Schadens war demnach noch unklar, dieser werde derzeit von Experten ermittelt. Vermutet werden bis zu 20 Prozent überhöhte Kaufpreise. 

Zu den Unternehmen "aus allen Bereichen der deutschen Wirtschaft", die ihre Ansprüche an die Bahn abgetreten haben, gehören die Betreibergesellschaften der deutschen Flughäfen sowie große Handels- und Logistikfirmen. Die "Süddeutsche Zeitung", die zuerst über die bevorstehende Klage der Großkunden von Lkw-Herstellern berichtet hatte, zitierte Unternehmenskreise mit den Worten, dadurch solle eine mögliche Verjährung der Ansprüche verhindert werden.

Bereits drakonische Strafen 

Das Lkw-Kartell war bereits 2011 aufgeflogen. Die illegalen Absprachen sollen bis in das Jahr 1997 zurückreichen. Die Hersteller Daimler, MAN, Volvo/Renault sowie Iveco und DAF hatten jahrelang Preise untereinander abgesprochen und Mehrkosten im Zusammenhang mit der Einhaltung strengerer Emissionsvorschriften in abgestimmter Form an ihre Kunden weitergegeben. Die EU-Kommission brummte vier Herstellern im Sommer 2016 Milliardenstrafen auf. Die VW-Tochter MAN war in dem Wettbewerbsverfahren als Kronzeuge verschont geblieben.

sc/pg (afp, rtr)

 

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