Bahamas: Vermisstenzahl sinkt deutlich | Aktuell Amerika | DW | 13.09.2019
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Katastrophe

Bahamas: Vermisstenzahl sinkt deutlich

Nach dem verheerenden Hurrikan "Dorian" hat die Katastrophenschutzbehörde des Inselstaates die Zahl der Vermissten von 2500 auf 1300 nach unten korrigiert. Zugleich werden hunderte weitere Todesopfer befürchtet.

Bahamas, Hurrikan, Dorian, Sturm, Tropensturm, Wetter, Unwetter, Zerstörungen, Suchtrupp, Rettungsteam, Rettungsteams (picture-alliance/AP/Dutch Defense Ministry/S. Hilckmann)

"Dorian" war mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 Stundenkilometern über die Bahamas hinweggefegt

Zu der überraschenden Korrektur habe ein Abgleich eines amtlichen Vermisstenregisters mit anderen Datenbanken geführt, teilte der Katastrophenschutz mit. Gemeint sind demnach Listen derjenigen, die in Sicherheit gebracht wurden oder sich noch in Notunterkünften befinden.

Dennoch sei damit zu rechnen, dass die Zahl der bislang 50 bestätigten Toten "deutlich steigen" werde, sagte Premierminister Hubert Minnis in einer TV-Ansprache. Der ehemalige Regierungschef, Hubert Ingraham, erklärte, er befürchte noch mehrere hundert Tote. Der Minister für Nationale Sicherheit, Marvin Dames, warnte Medienberichten zufolge, es könne noch Wochen dauern, bis alle Todesopfer geborgen seien, da die Helfer nicht in alle verwüsteten Gebiete vorgedrungen seien. Berichte, die Regierung spiele die Zahl der Toten herunter, wies er entschieden zurück: "Wir können nur zählen, was wir sehen."

Deutsche Marinesoldaten an Suche beteiligt

Die andauernden Suchaktionen nach den Hurrikan-Opfern gestalten sich mühsam. "Es ist ein langsamer Fortschritt", sagte Polizeipräsident Anthony Ferguson. "Wir müssen durch all diese Trümmer gehen, uns Zeit nehmen und suchen." Inzwischen helfen auch deutsche und niederländische Marinesoldaten im Katastrophengebiet mit. Der Einsatz soll nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Berlin bis zum 18. September dauern.

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Hilfe für das Paradies

Unterdessen kündigte UN-Generalsekretär Antonio Guterres an, dass er am Freitag auf die Bahamas reisen werde, um seine "tiefe Solidarität" mit dem Karibikstaat zum Ausdruck zu bringen. Ziel sei es auch, die internationale Gemeinschaft für die Situation vor Ort zu sensibilisieren. Der Hurrikan sieht Guterres als eine Auswirkung der Klimakrise: "Der Klimawandel rennt schneller als wir, und wir müssen einen viel ehrgeizigeren Ansatz verfolgen, um den Klimawandel zu bekämpfen", sagte er in New York.

"Dorian" war am 1. September auf den Abaco-Inseln im Norden der Bahamas als Hurrikan der höchsten Kategorie 5 auf Land getroffen und war später über der Insel Grand Bahama beinahe zum Stillstand gekommen. Erst nach 68 Stunden zog er komplett über die Bahamas hinweg. Nach Schätzung des Roten Kreuzes wurden etwa 13.000 Wohnhäuser schwer beschädigt oder zerstört. Der Karibischen Katastrophenschutzagentur CDEMA zufolge handelt es sich um den stärksten je im Atlantik-Gebiet gemessenen Hurrikan - zusammen mit einem Sturm im US-Bundesstaat Florida im Jahr 1935.

hk/cgn (dpa, afp)

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