Avocado - Superfood und Umweltkiller | Alle multimedialen Inhalte der Deutschen Welle | DW | 30.04.2018
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Avocado - Superfood und Umweltkiller

Die Avocado gilt als Superfood und ist wegen ihrer wertvollen Nährstoffe ein Bestseller in Europa. Doch in Chile, einem der weltweit größten Anbieter, hat ihr Anbau dramatische Folgen: Monokulturen, Wassermangel und ein geschädigtes Ökosystem.

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In der Provinz Petorca werden seit jeher Avocados angepflanzt. Zunächst von Kleinbauern, doch seit dem weltweiten Avocado-Boom in den 90ern stieg die Produktion schlagartig an. Seitdem beherrschen Großgrundbesitzer den Avocado-Markt in Petorca und benötigen dafür große Mengen an Wasser. Für ein Kilo, also drei Avocados, werden bis zu 1.000 Liter Wasser verbraucht - ein Vielfaches mehr als für ein Kilo Tomaten oder Kartoffeln. Die Region leidet unter akutem Wassermangel. Der Klimawandel verschärft diesen noch. Die Flussbetten sind seit Jahren vertrocknet, Tanklastwagen bringen Trinkwasser zu notleidenden Familien - während nebenan auf den Agrar-Großbetrieben tausende Hektar Avocado-Haine mit künstlichen Staubecken bewässert werden. Rodrigo Mundaca hat die NGO Modatima gegründet. Er kämpft für das von der UNO garantierte Recht auf Wasser, dem sich auch Chile verpflichtet hat. Eine Untersuchung aus der Luft hatte im Jahr 2012 ergeben, dass durch 64 Pipelines unterirdisch Flusswasser abgezweigt wurde - offenbar, um Avocado-Felder zu bewässern. Seit die Aktivisten von Modatima ihre Kritik öffentlich äußern, bekommen sie Morddrohungen. Und: In Chile ist Wasser seit der Pinochet-Diktatur 1981 ein Wirtschaftsgut und de facto in Privatbesitz. Wer am meisten bietet, bekommt Wasserlizenzen, häufig sogar auf Lebenszeit. Auch wenn dies womöglich drastische Konsequenzen für das Ökosystem haben kann. Hinzu kommt eine miserable Ökobilanz der Avocado. Auf Frachtschiffen wird sie klimatisiert und gepolstert nach Europa transportiert. Danach reifen die Früchte in einer Fabrik in Rotterdam, wo das "Superfood" essfertig für deutsche Supermärkte behandelt wird. "Europa will sich gesund ernähren - auf unserem Rücken", sagt Mundaca.