Auto-Nachfrage in Deutschland bricht ein | Aktuell Wirtschaft | DW | 03.04.2013
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Aktuell Wirtschaft

Auto-Nachfrage in Deutschland bricht ein

Auf Deutschlands Autohersteller kommen schwierige Zeiten zu. Auf ihrem Heimatmarkt ist der Absatz zuletzt massiv eingebrochen. Die Zulassungszahlen für März verheißen für das gesamte Jahr nichts Gutes.

Im März wurden in Deutschland rund 281.000 Personenwagen (Pkw) neu zugelassen. Verglichen mit dem Vorjahresmonat ist das ein Rückgang von 17,1 Prozent, teilte das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg mit. Damit fällt der Einbruch in Deutschland stärker aus als in anderen europäischen Staaten. In Frankreich ging die Nachfrage im März um 16,4 Prozent zurück, in Spanien um rund 14 Prozent und in Italien um gut fünf Prozent.

Auch im gesamten ersten Quartal des Jahres war der Rückgang in Deutschland deutlich, es gab rund 13 Prozent weniger Neuzulassungen als im Vorjahreszeitraum.

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Rekordverkäufe bei VW und BMW (14.03.2013)

Der zuletzt erfolgsverwöhnte Hersteller Volkswagen musste besonders große Einbußen hinnehmen: Im März lag das Minus bei 21,2 Prozent, im ersten Quartal bei 17 Prozent. Auch die anderen großen Hersteller verkauften in den ersten drei Monaten des Jahres weniger Fahrzeuge in Deutschland. Bei Opel betrug das Minus rund 16 Prozent, gefolgt von Audi (- 6,0), Mercedes (- 3,6) und BMW (-2,7).

Unter den deutschen Marken verzeichnete nur der Kleinstwagen-Hersteller Smart einen Zuwachs (+3,3). Bei den Importeuren lagen Seat (+21,7 Prozent) und Land Rover (+16,1) vorne.

Ostern ist schuld...

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) teilte mit, der starke Rückgang liege auch daran, dass der März wegen der Osterfeiertage zwei Arbeitstage weniger hatte als vor einem Jahr. "Aber wir sehen auch, dass die schwierige konjunkturelle Lage in Europa sich auch auf den deutschen Pkw-Markt auswirkt", so VDA-Präsident Matthias Wissmann. Er erwarte jedoch, dass sich der Markt im zweiten Quartal stabilisiert. "Der wirtschaftliche Ausblick für Deutschland ist derzeit weiterhin robust", so Wissmann.

In den USA läuft das Geschäft für die deutschen Hersteller dagegen gut. Nach Angaben des VDA verkauften sie dort im März 8,3 Prozent mehr Pkw und Kleinlaster als vor einem Jahr.

Unterdessen gab das Statistische Bundesamt bekannt, dass die Zahl der Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Deutschland einen neuen Rekordwert erreicht hat. Erstmals beförderten Busse und Bahnen im vergangenen Jahr mehr als elf Milliarden Fahrgäste. Das war ein Anstieg von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Als Erklärung nennen Fachleute auch die gute Konjunktur. Die Beschäftigung steige, mehr Menschen fahren täglich zur Arbeit. Zudem herrscht in den Ballungsgebieten Staugefahr, Parkplätze sind rar und teuer. Umweltbewußtsein stehe bei der Wahl des Verkehrsmittels allerdings nicht im Vordergrund, eher schon die gestiegenen Bezinpreise. "Vorher kommt immer der Geldbeutel", sagt Heidi Tischmann vom ökologischen Verkehrsclub Deutschlands (VCD).

bea/wl (dpa, afp, reuters)