Australier protestieren gegen geplante Mega-Kohlemine | Aktuelles | DW | 08.12.2018
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Umweltschutz

Australier protestieren gegen geplante Mega-Kohlemine

Der Widerstand gegen ein Mega-Bergbauprojekt im Bundesstaat Queensland reißt nicht ab. Erneut gingen Tausende Australier aus Protest auf die Straße. Einen Teilerfolg haben sie erreicht, doch sie wollen mehr.

In der Metropole Melbourne versammelten sich mehr als 5000 Demonstranten, um gegen den umstrittenen Bau einer Kohlemine im Nordosten des Landes zu protestieren. Dort will der indische Adani-Konzern eine riesige Kohlemine bauen, die bis zu 15 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr fördern soll. Auch in Brisbane, Sydney und anderen Städten gingen Australier auf die Straße.

Wegen des gigantischen Wasserbedarfs der Förderanlage in Queensland gibt es heftigen Protest durch Umweltschützer und Anwohner. Außerdem würde sich der Ausstoß des Treibhausgases CO2 massiv erhöhen und damit den Klimawandel vorantreiben. Die Kritiker befürchten dadurch Auswirkungen auch auf das der Küste vorgelagerte Great Barrier Reef, das durch den Klimawandel und andere Umwelteinflüsse sowieso schon stark geschädigt ist.

Great Barrier Reef vor der Küste von Queensland Australien (picture-alliance/dpa/JAMES COOK UNIVERSITY)

So schön wie hier ist das Great Barrier Reef in weiten Teilen schon längst nicht mehr

Sowohl die Bundesregierung in Canberra als auch das Regionalparlament in Brisbane sehen das milliardenschwere Projekt dagegen als Jobmotor für die Region: der Adani-Konzern hat angeblich bis zu 10.000 neue Arbeitsplätze in Aussicht gestellt. Experten bezweifeln diese Zahlen allerdings und rechnen mit maximal 1400 neuen Jobs.

Projekt eine Nummer kleiner

Der Adani-Konzern hatte unlängst betont, trotz der Kritik an der Kohlemine festzuhalten. Allerdings soll die Mine nun deutlich kleiner ausfallen als ursprünglich geplant.

Statt eines 16,5 Milliarden australische Dollar (10 Milliarden Euro) teuren offenen Tagebaus mit einer Kapazität von bis zu 60 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr soll nun für zwei Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro) in der sogenannten Carmichael-Region im Bundesstaat Queensland eine Mine für bis zu 15 Millionen Tonnen pro Jahr erschlossen werden. Die Arbeiten könnten innerhalb der nächsten Wochen beginnen.

Schüler kämpfen für ihre Zukunft

Angeführt wurden die Demonstrationen erneut von Schülerinnen und Schülern, die schon im vergangenen Monat zu Kundgebungen in den großen Städten Australiens aufgerufen hatten.

"Wir nehmen eine Position ein, die unsere Führer aus Angst nicht selbst einnehmen", sagte die 14-jährige Jean Hinchcliffe. Sie werde für eine "bessere Zukunft" weiterkämpfen.

Der 12-jährige Sammy Lightfoot erinnerte daran, dass "Schüler die kommende Generation Australiens" seien - und die "Politiker von morgen". "Deshalb sollten wir die stärkste Stimme und am meisten zu sagen haben", ergänzte er.

Australien Schüler Studierende Streik Klimawandel Protest (AFP/Getty Images/S. Khan)

Schüler-Demo am 30. November in Sydney, Australien

Australiens Premierminister Scott Morrison äußerte sich nicht zu den jüngsten Protesten. Ende November hatte er sich den Unmut der Demonstranten zugezogen, als er anlässlich der Schülerproteste für den Klimaschutz sagte, die Schüler gehörten in ihre Klassenzimmer, nicht auf die Straße.

mak/jj (dpa, afp)