Australien zieht Djokovics Visum zurück | Sport | DW | 14.01.2022
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Pandemie

Australien zieht Djokovics Visum zurück

Die australische Regierung hat zum zweiten Mal das Einreisevisum von Tennisstar Novak Djokovic annulliert. Der Serbe geht gerichtlich dagegen vor, muss sich allerdings in die Aufsicht der Abschiebebehörde begeben.

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Gerichtskrimi um Novak Djokovic geht weiter

Der Fall Novak Djokovic geht in die nächste Runde. Nach dem angekündigten Einspruch seiner Anwälte gegen die erneute Annullierung seines Visums für  Australien soll nun eine Anhörung vor dem Bundesgericht am Sonntag Klarheit über eine Teilnahme des  serbischen Tennisstars bei den am Montag beginnenden Australian Open bringen. Das entschied Richter Anthony Kelly bei einer Anhörung am Freitag.

Bis dahin darf Djokovic nicht abgeschoben werden. Für den Weltranglistenersten ist zudem am Samstag um 8 Uhr Ortszeit eine Anhörung bei der  Einwanderungsbehörde anberaumt. Anschließend kann er von 10 Uhr bis 14 Uhr mit seinen Anwälten den Gerichtstermin am Sonntag vorbereiten. Bis dahin muss er nicht in Abschiebehaft.

Australien Open 2022 Novak Djokovic absolviert Training

Trainierte noch Freitagvormittag: Djokovic in Melbourne

Einwanderungsminister entscheidet gegen Djokovic 

Das Visum des ungeimpften Djokovic war zuvor in einer persönlichen Entscheidung von Einwanderungsminister Alex Hawke ein zweites Mal für ungültig erklärt worden. Dies sei gut begründet und "im öffentlichen Interesse", hatte der Minister mitgeteilt. Djokovic ist nicht gegen das Coronavirus geimpft und deswegen eine umstrittene Person in dem Land, das seit Beginn der Pandemie harte Regeln aufgestellt hat. 

Djokovics Anwalt Nicholas Wood kündigte umgehend einen Einspruch gegen die Entscheidung an und drängte darauf, keine Zeit zu verlieren. "Jede Minute, bevor das Turnier am Montag beginnt, ist kostbar", sagte Wood bei der Anhörung vor Richter Anthony Kelly. Zugleich kritisierte der Jurist, dass die Entscheidung "irrational" und unverhältnismäßig gewesen sei. Richter Kelly war bereits mit dem Fall befasst und hatte am Montag wegen eines Formfehlers der Behörden zugunsten von Djokovic entschieden, nachdem dem 34-Jährigen zunächst die Einreise in Melbourne verweigert worden war.

Sollte der serbische Tennisstar vom Gericht abgewiesen werden, muss er das Land verlassen und kann seinen Titel nicht verteidigen. Zudem droht Djokovic auch ein dreijähriges Einreiseverbot nach Australien

Regierung rechtfertigt Annullierung

Angedeutet hatte sich die Annullierung des Visums nach einer Äußerung des Vize-Premierministers Barnaby Joyce am Donnerstag: "Der überwiegenden Mehrheit der Australier gefiel die Idee nicht, dass ein weiteres Individuum, sei es ein Tennisspieler, der König von Spanien oder Königin von England, unter einem anderen Satz Regeln hierherkommen kann als jeder andere."

In einem schriftlichen Statement verteidigte Premier Morrison die Entscheidung. "Die Australier haben während dieser Pandemie viele Opfer gebracht, und sie erwarten zu Recht, dass das Ergebnis dieser Opfer geschützt wird. Das ist es, was der Minister mit seiner heutigen Maßnahme tut." Wegen erwarteter juristischer Auseinandersetzungen werde er sich dazu zunächst nicht eingehender äußern.    

Zähes Ringen um Einreise

Bereits bei der Ankunft in der vergangenen Woche hatten die Behörden Djokovic die Einreise verweigert und die vorgelegten Dokumente für seine medizinische Ausnahmegenehmigung als unzureichend eingestuft. Weil ihm dabei aber nicht genug Zeit zum Reagieren zugestanden wurde, kippte ein Richter das Einreiseverbot im Laufe einer Gerichtsverhandlung. Der Streit sorgt seit Tagen für internationales Aufsehen und hat auch zu diplomatischen Spannungen zwischen Serbien und Australien geführt.

Djokovic trainierte seit Anfang der Woche ganz normal und bereitete sich auf die Australian Open vor. Dort ist er Titelverteidiger, am Donnerstag war ihm der Serbe Miomir Kecmanovic als Gegner für die erste Runde zugelost worden.

jk/fab/se (dpa, ap, rtr, afp)

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