Australien holt Kinder aus Flüchtlingslager in Nauru | Aktuell Asien | DW | 03.02.2019
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Migration

Australien holt Kinder aus Flüchtlingslager in Nauru

Die scharfe Kritik von Menschenrechtlern zeigt nun doch Wirkung: Australien verzichtet ab sofort auf die Internierung von Flüchtlingen im Kindesalter in seinen Lagern auf abgelegenen Pazifikinseln.

Von den insgesamt 109 Kindern, die noch vor einem halben Jahr in dem Flüchtlingscamp im Inselstaat Nauru festgehalten wurden, seien nur noch vier dort, und ihre Abreise stehe bevor, erklärte Premierminister Scott Morrison.

Die Tür nach Australien bleibt zu

Nach Australien dürften die Kinder allerdings nicht: Sie würden in aufnahmebereite Drittstaaten gebracht. Die letzten vier Kinder könnten mit ihren Familien in die USA ausreisen, kündigte Morrison an.

Australien steht wegen seiner harschen Politik zur Abschreckung von Flüchtlingen im In- und Ausland in der Kritik. Das Land verlegt alle Flüchtlinge, die per Boot nach Australien zu kommen versuchen und dabei aufgegriffen werden, in Lager in den Pazifikstaaten Nauru und Papua-Neuguinea. Dort werden sie festgehalten, bis ihre Asylgesuche in Australien geprüft sind.

Menschenrechtler beklagen katastrophale Zustände in den Lagern: Die Menschen seien isoliert und hoffnungslos, es gebe Krankheiten und immer wieder Suizidversuche.

Fehler der Vorgänger

Anfang Januar hatte Australien zwei weitere Hochsicherheitslager für Bootsmigranten geschlossen und dies mit den Auswirkungen der "Operation souveräne Grenzen" begründet. Es sei gelungen, das "Flüchtlingschaos" der Vorgängerregierung zu korrigieren, so Einwanderungsminister David Coleman. Die Welle der illegalen Migration sei gestoppt worden. Die konservative Regierung habe inzwischen insgesamt 19 Hochsicherheitscamps schließen können, so Coleman weiter.

haz/ust (afp, kna)

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