Aussicht auf Waffenstillstand zwischen Armee und FARC in Kolumbien | Aktuell Amerika | DW | 28.10.2015
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Aktuell Amerika

Aussicht auf Waffenstillstand zwischen Armee und FARC in Kolumbien

Nach dreijährigen Gesprächen steigen die Chancen auf ein Ende der Gewalt zwischen Kolumbiens Armee und der FARC. Präsident Santos bot einen Waffenstillstand an.

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos (Archivfoto: AFP)

Kolumbiens Präsident Santos bekennt sich mit der Schrift auf seiner Hand zum Frieden (Archivfoto)

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos hat der FARC-Guerilla einen Waffenstillstand zum Jahreswechsel angeboten. Es solle sich um einen "beiderseitigen, international überwachten Waffenstillstand" handeln, der am 1. Januar in Kraft trete, sagte Santos in Bogotá. Die marxistische FARC ist mit 7000 Kämpfern die stärkste Rebellenorganisation des südamerikanischen Landes. Sie hatte bereits am 20. Juli einen einseitigen Waffenstillstand ausgerufen und von der Regierung verlangt, sie solle sich diesem Schritt anschließen.

Kurz vor der Ansprache des Präsidenten gab Verteidigungsminister Luis Carlos Villegas bekannt, bei einem Militäreinsatz im südwestlichen Departement Caqueta seien vier FARC-Guerilleros getötet worden. Unter ihnen war demnach die 27-jährige Beatriz Anturia, der Erpressung und Drogenhandel zur Last gelegt wurden. Nach dem Inkrafttreten der von der FARC im Juli proklamierten Waffenruhe hatte die Regierung Bombardements gegen die Guerillatruppe ausgesetzt, an weiteren Bodeneinsätzen aber festgehalten.

Verhandlungen seit drei Jahren

Die kolumbianische Regierung führt seit fast drei Jahren Friedensverhandlungen mit der FARC (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens). Beide Seiten vereinbarten, bis zum 23. März 2016 einen Friedensvertrag abzuschließen.

Kolumbianische Soldaten gehen mit Luftunterstütung im Jahr 2009 gegen FARC-Rebellen vor (Foto: dpa)

Die Kämpfe zwischen FARC und der Armee dauern seit Jahrzehnten an

Anfang 2014 hatte die Regierung in Bogotá auch Vorbereitungsgespräche für Friedensverhandlungen mit der Nationalen Befreiungsarmee ELN begonnen. Allerdings hatte die ebenfalls linksgerichtete Guerilla-Organisation noch am vergangenen Montag bei einem tödlichen Angriff auf einen Armeeposten zwei Soldaten entführt.

Im längsten bewaffneten Konflikt Lateinamerikas, an dem auch andere Rebellengruppen, ultrarechte Paramilitärs und Drogenhändler beteiligt waren, wurden nach offiziellen Angaben etwa 220.000 Menschen getötet. 5,3 Millionen Menschen wurden durch die Kämpfe in die Flucht getrieben.

ago/sc (afp, ape, rtre)

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