Ausschreitungen und Feuer in Migrantenlager | Aktuell Europa | DW | 15.10.2019
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Griechenland

Ausschreitungen und Feuer in Migrantenlager

In dem mit fast 6000 Menschen völlig überfüllten Lager auf der griechischen Insel Samos haben sich Migranten Schlägereien geliefert. Zudem brach ein Feuer aus, mutmaßlich von Migranten gelegt.

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Griechenland: Die Hölle von Samos

Bei den Krawallen in dem Flüchtlingscamp auf der Ägäisinsel wurden nach Berichten örtlicher Medien mindestens drei Menschen durch Messerstiche verletzt. Weitere Personen seien mit Atembeschwerden ins Krankenhaus gebracht worden. Bei den Ausschreitungen auf Samos setzte die Polizei demnach Tränengas ein, um die Randalierer auseinander zu treiben. Ausgelöst wurden die Krawalle laut lokalen Quellen durch Schlägereien zwischen Migranten aus Syrien und Afghanistan.

Zudem hätten Lagerbewohner in dem Camp mehrere Feuer gelegt, hieß es in örtlichen Medien, bestätigt ist das nicht. Daraufhin seien Hunderte Menschen in Panik geflohen und hätten in der Kleinstadt Vathy Zuflucht gesucht. Der Bürgermeister der Inselhauptstadt Vathy, Giorgos Stantzos, sagte dem Athener Nachrichtensender Skai, inzwischen sei das Migrantenlager evakuiert worden. Die Feuerwehr versucht den Großbrand zu löschen.

Griechenland Ausschreitungen in Migrantenlager auf Samos (AP Photo/M. Svarnias)

Polizisten fordern die Menschen zum Verlassen das Lagers auf

Im Lager von Vathy mit einer Aufnahmekapazität für 650 Menschen waren zuletzt mehr als 5700 Migranten registriert. Auch alle anderen Lager auf den Ägäisinseln sind restlos überfüllt. Auf Samos, Lesbos, Chios, Leros und Kos harren zurzeit knapp 30.000 Migranten aus. Das ist die höchste Zahl seit Inkrafttreten des EU-Türkei-Flüchtlingspaktes. 

Der im März 2016 geschlossene Flüchtlingspakt sieht vor, dass die Europäische Union alle Migranten, die illegal über die Türkei auf die griechischen Inseln kommen, zurückschicken kann. Die Bearbeitung der Asylanträge kommt allerdings bis heute nur schleppend voran.

Das Feuer in dem Lager auf Samos weckt bedrückende Erinnerungen. Ende September war bei einem Brand im Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos nach Behördenangaben ein Mensch ums Leben gekommen. Flüchtlinge im Camp sprachen von mehr Opfern.

qu/ie (dpa, ape)

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