Aung San Suu Kyi wegen Korruption angeklagt | Aktuell Welt | DW | 10.06.2021
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Südostasien

Aung San Suu Kyi wegen Korruption angeklagt

Myanmars entmachtete De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi ist bereits seit Monaten isoliert im Hausarrest. Nach einem Medienbericht wird die Friedensnobelpreisträgerin jetzt wegen Korruption angeklagt.

Die Anti-Korruptionskommission habe Beweise dafür gefunden, dass Suu Kyi "Korruption unter Ausnutzung ihre Amtes" begangen habe, berichtet die staatsnahe Zeitung "Global New Light of Myanmar". Demnach soll sie unter anderem "600.000 Dollar und mehrere Kilo Gold" an Bestechungsgeldern angenommen haben.

Lange Haftstrafe droht

Suu Kyis Anwalt bezeichnete die Vorwürfe als "absurd". "Ich habe noch nie eine ehrlichere und unbestechlichere Politikerin getroffen als Aung San Suu Kyi", teilte Khin Maung Zaw, der Chef ihres Verteidigungsteams, der Deutschen Presse-Agentur mit. "Sie mag Fehler haben, aber persönliche Gier und Korruption gehören nicht dazu." Auf Korruption stehen in Myanmar bis zu 15 Jahre Haft.

Myanmar I Erneute Proteste gegen Militär Coup in Yangon

Seit Februar protestieren Menschen im ehemaligen Birma fast täglich gegen die Militärjunta (Archiv)

Die 75-jährige Friedensnobelpreisträgerin war seit dem Militärputsch im Februar mit einer Reihe strafrechtlicher Anschuldigungen überzogen worden, darunter der Besitz von Funkgeräten ohne erforderliche Genehmigung, die Verletzung von Corona-Bestimmungen und die Aufforderung zum öffentlichen Aufruhr. Der Prozess soll nach Angaben einer Anwältin am kommenden Montag beginnen.

850 Zivilisten getötet

Suu Kyis Anwaltsteam hat sich nur zweimal mit ihr treffen können,  seit die Junta die De-facto-Regierungschefin unter Hausarrest gestellt hat. Das Militär hatte am 1. Februar in Myanmar die Macht an sich gerissen und damit eine zehnjährige Phase des demokratischen Wandels in dem Land vorerst beendet. Die Militärjunta drohte auch damit, die Partei von Suu Kyi wegen angeblichen Wahlbetrugs aufzulösen.

Seit dem Putsch sieht sich die Junta massiven, fast täglich stattfindenden Protesten gegenüber. Armee und Polizei gehen mit brutaler Gewalt gegen Demonstranten vor. Nach Angaben von Aktivisten wurden seit dem Putsch fast 850 Zivilisten getötet.

nob/gri (afp, rtr)

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