Aufständische töten in Myanmar 19 Menschen | Aktuell Asien | DW | 12.05.2018
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Separatismus

Aufständische töten in Myanmar 19 Menschen

Es waren die blutigsten Kämpfe seit Jahren im Bundesstaat Shan, ganz im Norden des Landes. Dahinter stehen Angehörige einer ethnischen Minderheit, die Ta'ang. Sie kämpfen für mehr Autonomie.

Soldaten in der Stadt Loi Tai Leng im Bundesstaat Shan (Archivbild) (picture-alliance/Zuma Press/Pacific Press/V. Sankham)

Soldaten in der Stadt Loi Tai Leng im Bundesstaat Shan (Archivbild)

Bei Kämpfen zwischen Militärangehörigen und bewaffneten Rebellen sind im Norden von Myanmar mindestens 19 Menschen getötet worden. Das teilten Informanten vor Ort und die Armee mit. Der Überfall habe am frühen Morgen im Norden des Landes nahe der Stadt Muse an der Grenze zu China stattgefunden, sagte ein Regierungssprecher. 15 Zivilisten seien ums Leben gekommen sowie vier Vertreter der Sicherheitskräfte. Außerdem seien 20 Menschen verletzt worden. Die etwa 100 Angreifer seien von bewaffneter Polizei und Mitgliedern einer regierungsnahen Miliz in die Flucht geschlagen worden. Der Regierungssprecher sprach von einer Terrorattacke.

Zu dem Angriff bekannte sich die Ta'ang National Liberation Army (TNLA), die sich aus Kämpfern der ethnischen Minderheit der Ta'ang zusammensetzt und die sich für mehr Autonomie setzt. Ihren Angaben zufolge wurden ein von Milizionären geführtes Spielkasino sowie ein Militärposten beschossen. Dies sei eine Vergeltungsmaßnahme nach Attacken auf TNLA-Stützpunkte. Es handelte sich um die tödlichsten Kämpfe der vergangenen Jahre in dem abgelegenen Bundesstaat Shan.

Myanmar KIA-Soldaten (picture-alliance/dpa/epa/N. C. Niang)

Kämpfer der TNLA (Archivbild)

In sozialen Medien waren Fotos brennender Autos und bewaffneter Männer zu sehen. TNLA-Sprecher Mai Aik Kyaw sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Gruppe habe gemeinsame Posten von Armee und Milizen angegriffen. "Wir kämpfen wegen der schweren Kämpfe in unserer Region und der Offensive im Bundesstaat Kachin", sagte er. Im überwiegend christlichen nördlichsten Bundesstaat Kachin liefert sich die Armee Gefechte mit der Kachin Independence Army, die mit der TNLA verbündet ist.

Mehr als 90.000 Flüchtlinge in Lagern

Seit dem Ende einer Waffenruhe zwischen der Armee und der Kachin Independence Army im Jahr 2011 leben mehr als 90.000 Binnenflüchtlinge in Lagern in den Bundesstaaten Kachin und Shan. Der Konflikt an der Grenze zu China flammte nach Angaben von Menschenrechtlern im Januar wieder auf, während die internationale Gemeinschaft noch auf die Lage im Westen des Landes blickte, wo die muslimische Minderheit der Rohingya seit Jahrzehnten unterdrückt wird. 

Karte Vielvölkerstaat Myanmar

Ende August vergangenen Jahres war die Lage im westlichen Bundesstaat Rakhine eskaliert, als Rohingya-Rebellen bei Angriffen rund ein Dutzend Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt und zerstörte zahlreiche Rohingya-Dörfer, Flüchtlinge berichteten von Ermordungen und Vergewaltigungen.

Die Vereinten Nationen stufen das Vorgehen gegen die Rohingya als "ethnische Säuberung" ein. Im März sprach die UN-Sonderberichterstatterin für Myanmar, Yanghee Lee, erstmals von einem "Völkermord". Nach Angaben der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" wurden allein im ersten Monat der Gewalt 6700 Rohingya getötet. Rund 700.000 Angehörige flohen seither ins benachbarte Bangladesch.

stu/as (dpa, rtr)
 

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