Aufruf an libysche Milizen zum Gewaltverzicht | Aktuell Afrika | DW | 02.09.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nordafrika

Aufruf an libysche Milizen zum Gewaltverzicht

Die USA, Frankreich, Italien und Großbritannien haben die Konfliktparteien in Libyen zum sofortigen Gewaltverzicht aufgefordert. Für die jüngste Eskalation machen die vier Staaten bewaffnete Milizen verantwortlich.

Libyen Tripolis Kämpfe zwischen Milizen (Reuters/H. Amara)

Tripolis unter Beschuss

In einer gemeinsamen Erklärung der Regierungen der westlichen Länder heißt es, bewaffnete Milizen seien für die anhaltenden Kämpfe in Libyens Hauptstadt Tripolis verantwortlich. Sämtliche Versuche, "die rechtmäßigen libyschen Institutionen zu schwächen und den politischen Prozess zu behindern", seien inakzeptabel. Man rufe alle Gruppen auf, ihre militärischen Aktionen sofort zu beenden.

Seit Montag bekämpfen sich gegnerische Milizen in Tripolis, dabei feuern sie auch immer wieder Raketen ab. Das libysche Gesundheitsministerium bezifferte die Zahl der bei den Angriffen Getöteten zuletzt mit 39, die meisten seien Zivilisten.

Flüchtlinge wurden zurückgelassen

Die Behörden in Libyen hatten wegen Raketenangriffen am Freitag den einzigen Flughafen von Tripolis geschlossen. Am Donnerstag waren mehr als 300 in Libyen in einem Lager festgehaltene Flüchtlinge mit Unterstützung der UN aus einer umkämpften Zone gerettet worden. Die Menschen waren von den geflohenen Wärtern ohne Wasser und Nahrungsmittel zurückgelassen worden.

Libyen Hunderte Flüchtlinge in Internierungslager ohne Versorgung (Reuters/H. Amara)

Von UN-Mitarbeitern in Sicherheit gebrachte Flüchtlinge

Auch am Samstag gingen wieder mehrere Raketen auf Tripolis nieder. Eine von ihnen traf das bei Ausländern beliebte Hotel Al-Waddan. Dabei wurden laut Einsatzkräften drei Menschen verletzt - unklar war, ob es Gäste oder Angestellte waren.

Seit dem Sturz von Libyens langjährigem Machthaber Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 herrscht Chaos in dem nordafrikanischen Land. Bewaffnete Milizen haben die Kontrolle über weite Teile des Landes. Die international anerkannte Übergangsregierung in Tripolis verfügt nur über begrenzten Einfluss.

Insbesondere die europäischen Staaten sind an einer Stabilisierung Libyens interessiert, da das Land das Hauptdurchgangsland für Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern ist, die über das Mittelmeer in die Europäische Union gelangen wollen. Vom Westen Libyens aus ist Italien nur etwa 300 Kilometer entfernt.

qu/ie (rtr, afp)

Die Redaktion empfiehlt