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Grüne Olympische Spiele

20. September 2011

Vor den Olympischen Spiele hat London eine grüne Offensive angekündigt. Doch es gibt Zweifel.

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In this image made available July 25, 2011 by the London Organising Committee of the Olympic and Paralympic Games (LOCOG), an aerial photo of the London 2012 Olympic Stadium to mark "1 year to go to the Olympic Games" is seen in London. The number one mown into the grass in the Olympic Stadium indicates the start the celebrations for the "1 year to go" milestone. (Foto:LOCOG, Anthony Charlton/AP/dapd) EDITORIAL USE ONLY // IMAGE MADE AVAILABLE JULY 25, 2011 BY THE LONDON ORGANISING COMMITTEE OF THE OLYMPIC AND PARALYMPIC GAMES (LOCOG), EDITORIAL USE ONLY, AP provides access to this publicly distributed HANDOUT photo to be used only to illustrate news reporting or commentary on the facts or events depicted in this image.
Bild: picture-alliance/dpa

Olympia - Countdown in London

Projektmaßnahmen: Grüne Energien, nachhaltige Stadtentwicklung, Naturschutz
Projektkosten: rund 10 Mrd. Euro
Projektgröße: 2,5 Quadratkilometer Land, Olympiastadion für 80.000 Besucher, Wohnkomplex für 17.000 Athleten

In London läuft der Olympia-Countdown – in weniger als einem Jahr trifft sich die Jugend der Welt in der britischen Hauptstadt. Die grünsten Spiele aller Zeiten haben die Organisatoren angekündigt. Und das hat nicht nur ideelle, sondern ganz handfeste wirtschaftliche Gründe. Man wollte nicht hinter den Megaspielen zurückstehen, die die Chinesen 2008 in Peking über die Bühne brachten. Doch für derlei Aufwand fehlte den klammen Briten das Geld. Ein neuer Superlativ musste her: Die Organisatoren wollen die Spiele 2012 zu den grünsten der Geschichte machen.

Statt schneller, höher, weiter, heißt das Motto für London: grüner, sauberer, sanfter. Nach diesen Gesichtspunkten ist der Olympische Park im Osten Londons geplant worden. Tausende Bäume wurden gepflanzt, Flüsse und Böden gesäubert. Ein Jahr vor den Spielen ist der Park fast fertig, doch mit 10 Milliarden Euro Baukosten immer noch viermal teurer als ursprünglich veranschlagt.

Es gibt Abwasserrecycling, Naturschutzpläne und Solarpaneele – doch die Gegner des Projekts vermuten einen Etikettenschwindel. Ein olympisches Infrastruktur-Projekt nach umweltfreundlichen Vorgaben – geht das überhaupt? Natürliches Marschland ist hektarweise für den Olympiapark geopfert worden und ein nahegelegener Nebenfluss der Themse sei bereits viel stärker verschmutzt als vorher, monieren die Kritiker.



Auch die Macher streiten nicht ab, dass es Probleme gibt. Sie sehen alle Beteiligten und Betroffenen in der Pflicht. Die Olympischen Spiele können nicht alle Probleme lösen, sei aber ein Katalysator für Erneuerung, sagen sie. Damit das Projekt langfristig erfolgreich ist, müssten viele Partner mitwirken. Es ist offen, ob die Londoner Spiele das ökologisch korrekte Vorbild für künftige Spiele werden - oder das Ganze eine grüne Mogelpackung mit fünf Ringen ist.

Ein Film von Gerhard Elfers