Assassin's Creed in London
22. Oktober 2015
Jedes Jahr erscheint ein neuer Teil der beliebten Videospielreihe "Assassin's Creed". Die diesjährige Neuerscheinung trägt den Beinamen "Syndicate" und spielt im viktorianischen London. Der Assassine Jacob Frye und seine Zwillingsschwester Evie befinden sich im Jahr 1868, mitten in der industriellen Revolution. Eine Zeit, in der eine rasante industrielle Entwicklung das Leben von Millionen Menschen verändert. Der Spalt zwischen Arm und Reich wächst, ebenso die Arbeitslosigkeit. Die wenigen Arbeitsverhältnisse grenzen an legale Sklaverei. Die Arbeiterklasse lehnt sich gegen die Missstände auf, mithilfe der beiden Hauptcharaktere des Spiels. Ihr Ziel ist es, nicht nur den Armen zu helfen oder die in London herrschende Korruption zu beseitigen. Es wird auch ein jahrhundertealter Kampf mit dem Erzfeind der Assassinen wiederentfacht: den Templern.
Vom Buckingham Palace bis nach Whitechapel
Das Setting ist wie bei allen anderen Teilen von "Assassin's Creed" sorgfältig dem historischen Original nachempfunden. Der Spieler bewegt sich in sechs Stadtteilen des viktorianischen Londons - auch in Whitechapel, wo Jack the Ripper 1888 sein Unwesen getrieben haben soll. In einer Sonderedition des Spiels kann man den Massenmörder auch jagen.
Zur Fortbewegung gibt es in "Assassins's Creed Syndicate" erstmals Züge und Kutschen, in den Vorgängern der Videospielreihe gab es nur Pferde und Boote, wie etwa venezianische Gondeln in "Assassin's Creed II" und "Assassin's Creed Brotherhood".
Den Strohhaufen gibt's auch in London
Neue Waffen und Gadgets stehen dem Spieler auch zur Verfügung, die altbekannten Breitschwerter gehören der Vergangenheit an. Jetzt kann Assassine Jacob einen Seilwerfer benutzen, um Gebäude schneller zu erklimmen und seinen Gegnern so einen Schritt voraus zu sein. Doch das Kernelement - der Parkour - bleibt erhalten: Immer noch klettert der Assassine Fassaden hinauf, läuft und springt über Dächer - und landet nach einem Sprung vom Dach im Strohhaufen.
Die moderneren Verkehrsmittel und Waffen sollen das Spielerlebnis deutlich verändern und lebhafter machen. So können Fahrzeuge auch als Verstecke genutzt werden. Ebenfalls neu ist die Möglichkeit zwischen den Spielfiguren zu wechseln: Jacob und Evie Frye spielen sich sehr verschieden. Jacob ist ein hitzköpfiger und rebellischer Charakter, der als Nahkampf-Experte aggressiv gegen seine Feinde vorgeht. Seine Zwillingsschwester Evie jedoch ist überlegt, lautlos und eine Meisterin der Tarnung. Manche Missionen erfordern die Kontrollen über entweder Jacob oder Evie, doch in den meisten Fällen kann sich der Spieler entscheiden, welchen Charakter er spielen will.
Auf der Schwelle zur Moderne
Laut Publisher Ubisoft spielen Teile der Assassin's Creed-Reihe immer in Angelpunkten der Weltgeschichte, so auch "Syndicate": Die industrielle Revolution im 19. Jahrhundert veränderte die Welt und ermöglichte den Übergang in die Moderne. Der Vorgänger "Assassin's Creed Unity" spielt zwar nur 70 Jahre vorher während der französischen Revolution, dennoch fühlt sich "Syndicate" an, als wären tausend Jahre vergangen.
Die Fans der Spielreihe erwarten das Spiel schon gespannt. "Assassin's Creed Syndicate" erscheint am Freitag (23.10.2015) für Xbox One und Playstation 4, die PC-Version einen Monat später (19.11.2015). Besitzer älterer Konsolen haben das Nachsehen.
Milliardengeschäft
Ubisoft erzielte im Geschäftsjahr 2014/15 einen Gesamtumsatz von knapp 1,5 Milliarden Euro. Der Umsatz des gesamten Videogame-Industrie beträgt 102 Milliarden Euro - Tendenz steigend. Bislang wurden aus der Reihe "Assassin's Creed" 93 Millionen Spiele in den Verkauf gegeben. Die letzten beiden Ausgaben verkauften sich nicht ganz so gut wie die Vorgänger - viele Gamer waren nicht bereit, sich für die neuen Spiele auch direkt neue Konsolen anzuschaffen. Dramatische Gewinneinbrüche erlebt Ubisoft allerdings nicht. Der französische Spiele-Gigant hat noch weitere Blockbuster im Programm, die weltweit gefragt sind, wie etwa "Far Cry" oder "Just dance".