Arrest nach Schlägen gegen Kippa-Träger in Berlin | Aktuell Deutschland | DW | 25.06.2018
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Antisemitismus

Arrest nach Schlägen gegen Kippa-Träger in Berlin

Im Prozess um die Attacke auf zwei junge Männer mit Kippa ist der Angeklagte wegen Beleidigung und gefährlicher Körperverletzung schuldig gesprochen worden. Der 19-jährige Syrer erhielt einen Arrest von vier Wochen.

Zwei Monate nach dem Gürtel-Angriff auf einen Kippa tragenden Israeli in Berlin ist ein 19-Jähriger wegen Beleidigung und Körperverletzung schuldig gesprochen worden. Neben der Arreststrafe wird der verurteilte Syrer ein Jahr unter Erziehungsaufsicht gestellt. Der Arrest gilt wegen der Untersuchungshaft als verbüßt. Der Verurteilte kommt damit frei.

Laut Urteil hatte der Syrer den jungen Israeli mit einem Hosengürtel mehrmals geschlagen sowie auch dessen Freund beschimpft. Beide waren Mitte April im Stadtteil Prenzlauer Berg mit Kippa unterwegs. Der Israeli hatte die Schläge gefilmt und die Aufnahme ins Netz gestellt. Zu sehen ist, wie ein Mann wütend und hasserfüllt mit einem Gürtel auf den Filmenden einschlägt und auf Arabisch "Jude" ruft.

Der Flüchtling hatte die Schläge mit dem Gürtel zugegeben, in seinem Schlusswort aber die Tat bereut. Antisemitische Motive hatte er im Prozess bestritten. Er habe sich im Recht gefühlt, weil er zuerst beschimpft und beleidigt worden sei. Zudem habe er Drogen genommen. Der junge Israeli sagte hingegen aus, er habe mit dem Angreifer kein Wort gewechselt. 

Antisemitismusbeauftragter begrüßt Berliner Kippa-Urteil

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, begrüßte das Urteil. Es zeige: "Wer sich antisemitisch betätigt oder äußert, steht außerhalb der Gesellschaft und muss mit den Konsequenzen des Rechtsstaats rechnen." 

Der Angriff hatte bundesweit für Empörung gesorgt und eine Debatte über Antisemitismus in Deutschland ausgelöst.

hf/jj (dpa, afp)

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