Argentinien protestiert gegen britische Manöver | Aktuell Amerika | DW | 15.10.2016
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Falklandinseln

Argentinien protestiert gegen britische Manöver

Beide Länder beanspruchen die Falklandinseln im Südatlantik. Jetzt wollen die Briten dort Militärübungen abhalten. Buenos Aires bestellt den britischen Botschafter ein.

Die argentinische Regierung hat wegen eines geplanten britischen Militärmanövers auf den Falkland-Inseln offiziell Protest eingelegt. Zudem bestellte sie den britischen Botschafter in Buenos Aires ein. "Argentinien lehnt die Umsetzung dieser Übungen auf argentinischem Territorium, das unrechtmäßig vom Vereinigten Königreich besetzt wurde, ab", erklärte die Regierung. Der britische Botschafter Mark Kent musste im argentinischen Außenministerium eine Protestnote entgegennehmen.

Britische Regierung: Routineübung

Großbritannien plant vom 19. bis 28. Oktober eine Militärübung auf der Inselgruppe, bei der auch Raketen vom Typ Rapier zum Einsatz kommen sollen. Die argentinische Regierung argumentierte, Großbritannien verstoße damit gegen "die Resolutionen der Vereinten Nationen und anderer internationaler Institutionen, die beide Länder auffordern, wieder Verhandlungen aufzunehmen, um zu einer friedlichen und endgültigen Lösung zu gelangen". Die britische Regierung bezeichnet das geplante Manöver als Routineübung.

Großbritanien Falklandinseln (Getty Images/AFP/D. Garcia)

Port Stanley, die Hauptstadt der Falklandinseln

Die 400 Kilometer vom argentinischen Festland entfernten Falklandinseln befinden sich seit 1833 unter der Kontrolle Großbritanniens. Sie werden von nur rund 3000 Menschen bewohnt, die meisten von ihnen sind britischer Abstammung. Am 2. April 1981 begann die argentinische Militärjunta mit einer Invasion der von ihr beanspruchten Inseln, woraufhin Großbritannien Kriegsschiffe entsandte.

Die Inseln sind von großer strategischer Bedeutung

Der Falkland-Krieg endete am 14. Juni mit der argentinischen Kapitulation. 255 britische Soldaten starben, auf argentinischer Seite gab es 649 Tote. Argentinien gab aber den Anspruch auf die Inseln, die dort Las Malvinas genannt werden, bis heute nicht auf. Unter dem seit Dezember amtierenden argentinischen Staatschef Mauricio Macri hatten sich die Beziehungen zu London zuletzt jedoch entspannt.

Die Falklandinseln sind von großer strategischer Bedeutung. Sie sichern Großbritannien einen Zugang zur Antarktis. Außerdem wurden in den Gewässern vor der Inselgruppe Erdölvorkommen entdeckt. 2013 hatten die Inselbewohner in einem Referendum mit überwältigender Mehrheit dafür gestimmt, dass die Inseln britisch bleiben.

pg/kle (afp, ape, efe)