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Argentinien: Menschenrechtsaktivistin Taty Almeida ist tot

15. Juni 2026

Taty Almeida galt als prägende Figur der Bewegung "Madres de Plaza de Mayo" in Buenos Aires. Sie kämpfte gegen die Verbrechen der Militärdiktatur in Argentinien und für eine strafrechtliche Verfolgung von Tätern.

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Argentinien Buenos Aires 2026 | Taty Almeida bei der Demonstration zum 50. Jahrestag der Militärdiktatur
Taty Almeida in Buenos Aires bei der Demonstration zum 50. Jahrestag des Beginns der Militärdiktatur (24.03.2026) Bild: Luis Robayo/AFP

Die Vorsitzende der argentinischen Menschenrechtsorganisation "Madres de Plaza de Mayo" (Mütter des Platzes der Mai-Revolution), Taty Almeida, ist tot. Sie starb am Sonntag im Alter von 95 Jahren, wie die Organisation bekannt gab. 

Weiße Kopftücher als Zeichen

Almeida hatte sich 1979 - auf der Suche nach ihrem verschwundenen Sohn Alejandro - den "Madres" angeschlossen. Die "Mütter" versammelten sich seit April 1977 wöchentlich auf der Plaza de Mayo, einem Platz in der Nähe des Präsidentenpalastes in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires. Sie forderten die Freilassung ihrer Angehörigen und Freunde sowie Aufklärung über das Schicksal ihrer verschwundenen Söhne, Töchter und Ehemänner. Almeida und ihre Mitstreiterinnen wurden durch ihre weißen Kopftücher bekannt.

Während der Militärdiktatur in Argentinien (1976 - 1983) wurden nach offiziellen Angaben mehr als 10.000 Menschen entführt oder ermordet. Menschenrechtsorganisationen sprechen dagegen von bis zu 30.000 Opfern. Viele Schicksale sind bis heute nicht aufgeklärt.

Sohn Alejandro bereits 1975 verschleppt

Almeida setzte sich dafür ein, dass bei der Aufarbeitung der Verbrechen unter der Militärdiktatur auch die Zeit davor berücksichtigt wurde. Ihr Sohn Alejandro gehörte zu den rund 2000 Menschen, die bereits vor Beginn der Diktatur verhaftet wurden und verschwanden.

Der 20-Jährige, ein linker politischer Aktivist, wurde im Juni 1975 von einer rechten paramilitärischen Gruppe namens Triple A entführt. Die sterblichen Überreste Alejandros wurden nie gefunden.

Die argentinische Aktivistin Hebe de Bonafini hält eine Rede, neben ihr je zwei Mitstreiterinnen der "Madres de Plaza de Mayo"
Aktivistinnen der "Madres de Plaza de Mayo" bei einem Protest (2022) Bild: Esteban Osorio/Pacific Press/picture alliance

Nach dem Ende der Diktatur, die als eine der brutalsten Militärregierungen Südamerikas galt, zerstritten sich die "Mütter". Eine Gruppe, die sich "Gründungslinie" nennt und der Almeida angehörte, spaltete sich ab. Im Gegensatz zur Hauptorganisation akzeptierte sie, dass die verschwundenen Kinder für tot erklärt wurden, obwohl ihre Leichname nie gefunden worden waren. 

In jüngerer Zeit gerieten die protestierenden "Madres" offen mit dem rechtsgerichteten ultralibertären argentinischen Präsidenten Javier Milei aneinander. Dessen Regierung bestreitet die genannten Opferzahlen unter der Militärdiktatur und spielt die zahlreichen damals verübten Verbrechen herunter. 

se/fab (epd, afp)

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