Apple will Siri klüger machen | Aktuell Amerika | DW | 04.06.2018
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Computer

Apple will Siri klüger machen

Auf der Entwicklerkonferenz WWDC stellt der High-Tech-Konzern Apple vor allem neue Software vor. Künftig soll die Assistenz-Software Siri öfter von selbst aktiv werden. Zudem bessert Apple beim Datenschutz nach.

Apple Konferenz in San Jose, Kalifornien | CEO Tim Cook (Reuters/E. Nouvelage)

Apple-Chef Tim Cook spricht auf der Entwicklerkonferenz des Konzerns in Kalifornien

Nutzte der amerikanische Apple-Konzern im Vorjahr seine hauseigene Entwicklerkonferenz WWDC, um neue Macbook-Laptops zu präsentieren und einen ersten Blick auf den vernetzten Lautsprecher HomePod zu gewähren, so verzichtete er diesmal in San José auf Ankündigungen neuer Geräte. Apple stellt neue iPhones traditionell im September vor - und andere Geräte ohne festen Rhythmus. So gehörte die Worldwide Developers Conference diesmal den Software-Spezialisten.

Offenkundig will sich Apple mit neuen Software-Funktionen tiefer im Alltag seiner Kunden verankern. So soll die Assistenzsoftware Siri im Wettbewerb mit Google und Amazon intelligenter werden: Schon mit der nächsten Version des iPhone-Betriebssystems soll sie häufiger automatisch erstellte Vorschläge für die nächsten Aktionen machen. So könnte zum Beispiel am Morgen im Sperrbildschirm rechtzeitig der Vorschlag auftauchen, das übliche Kaffeegetränk über eine App im gewohnten Lokal zu bestellen.

USA Apple Konferenz in San Jose, Kalifornien | CEO Tim Cook (picture-alliance/AP Photo/M. J. Sanchez)

Etliche neue Funktionen für Siri: Software-Chef Craig Federighi stellt sie vor

Nutzer werden zudem Siri in mehr Apps einsetzen und ganze Bündel an automatisierten Aktionen programmieren können, die mit einem Schlüsselsatz ausgelöst werden. Nach den Worten "Ich fahre nachhause" könnte das Telefon zum Beispiel die Fahrzeit ermitteln und der Familie eine Nachricht schicken. Apple steht unter einem gewissen Druck, Siri zu verbessern: Der Software wird oft vorgehalten, schlechter zu funktionieren als Amazons Alexa und der Google Assistant.

 

Mehr Privatsphäre

Vor 6000 Entwicklern kündigte Software-Chef Craig Federighi an, dass neue Betriebssystemversionen für seine Mobilgeräte und Computer Funktionen erhalten würden, die dem Einsatz von geheimen Trackern entgegenwirken, die wiederum die Online-Aktivitäten von Nutzern überwachen. Im Webbrowser Safari verbessert Apple den Datenschutz: Safari unterbindet künftig die Datensammlung und -weitergabe durch Werkzeuge wie Facebooks "Like"-Button oder die Kommentarfunktion, es sei denn der Nutzer schaltet die Übermittlung ausdrücklich frei. Damit legt sich Apple direkt mit dem Online-Netzwerk an. Hintergrund dieser Bemühungen, die Privatsphäre der User besser zu schützen, sind der Datenskandal bei Facebook und die EU-Datenschutz-Grundverordnung, die jüngst in Kraft getreten ist.

Ein Schwerpunkt beim nächsten iPhone-System iOS 12 wird die sogenannte "erweiterte Realität" oder Augmented Reality (AR), bei der reale Umgebung und virtuelle Objekte auf dem Bildschirm kombiniert werden. Unter anderem bekommen die iPhones eine Apple-App, mit der Gegenstände vermessen werden können. Außerdem können nun zwei Nutzer mit denselben virtuellen Objekten in realer Umgebung interagieren. Das soll zum Beispiel neue Spiel-Erlebnisse ermöglichen.

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Die umweltfreundlichsten Tech-Riesen weltweit

Gemeinsam mit dem Animationsstudio Pixar entwickelte Apple ein neues Datenformat für virtuelle Inhalte (USDZ). Damit kann zum Beispiel ein 3D-Gegenstand wie eine Kaffeemaschine oder eine Gitarre einfacher bearbeitet, verschickt und auch in Web-Ansichten integriert werden. Neu sind animierte Avatare für Apples Kommunikations-Dienste wie den SMS-Ersatz iMessage. Dabei erkennt die Kamera künftig auch eine ausgestreckte Zunge.

Nutzungszeit wird angezeigt

Wie bereits erwartet, bekommt iOS 12 Funktionen, die einer übermäßigen Nutzung von iPhones und iPad-Tablets vorbeugen sollen. Den Tech-Konzernen wird oft vorgeworfen, ihre Geräte und Dienste würden die Nutzer süchtig machen. Mit den neuen Werkzeugen werden Nutzer unter anderem sehen können, wie viel Zeit sie in einzelnen Apps verbringen, und sich Limits setzen. Eltern werden einschränken können, wie lange und wann ihre Kinder die Geräte und auch verschiedene Anwendungen nutzen können.

USA Apple Konferenz in San Jose, Kalifornien | CEO Tim Cook (Reuters/E. Nouvelage)

Apple-Software-Chef Craig Federighi erläutert eine neue Funktion für MacOS Mojave

Apple betonte zugleich, dass das nächste iPhone-System auch ältere Telefone schneller machen solle, allein dadurch, dass die Software die Computer-Ressourcen besser verwalte. So sollen Apps zum Teil 40 Prozent schneller starten und die Kamera 70 Prozent schneller. Bisher hatten Nutzer oft den Eindruck, den neuen Software-Versionen mit mehr Funktionen machten ihre älteren Geräte langsamer.

Auf der Entwicklerkonferenz machte der Konzern zudem deutlich, dass seine Kunden künftig mehr Aufgaben direkt auf der Computer-Uhr Apple Watch erledigen können. So kann das Einchecken für einen Flug demnächst direkt auf dem kleinen Bildschirm ohne den Griff zum Smartphone erledigt werden können. Mit einem Walkie-Talkie-Modus können sich zwei Nutzer künftig direkt von Uhr zu Uhr unterhalten. Die Watch kann künftig auch Web-Inhalte anzeigen und bekommt eine Podcast-App. Außerdem muss man zur Uhr nicht mehr "Hey, Siri" sagen, um die Assistenzsoftware zu starten - es reicht schon aus, den Arm zu heben und reinzusprechen. Eine zusätzliche Funktion spendierte Apple auch der Videochat-Software FaceTime: Sie unterstützt jetzt Gruppen-Unterhaltungen von bis zu 32 Nutzern.

kle/hk (dpa, ape, afpe)

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