Anschlag in Jerusalem vereitelt? | Aktuell Nahost | DW | 03.02.2016
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Aktuell Nahost

Anschlag in Jerusalem vereitelt?

Mit Messern und Schusswaffen griffen Palästinenser israelische Sicherheitskräfte an und wurden dann getötet. Dadurch wurde nach Ansicht der Polizei Schlimmeres verhindert. Die Angreifer hatten auch Sprengsätze dabei.

In Jerusalem hat die Polizei nach eigenen Angaben ein schweres Attentat vereiteln können. Dabei wurden am Damaskustor nahe der Jerusalemer Altstadt eine Beamtin getötet und eine weitere verletzt. Drei Palästinenser hatten die Grenzpolizistinnen mit Messern und Schusswaffen angegriffen. Wie Polizeisprecher Micky Rosenfeld mitteilte, wurden die Männer, die auch mit Rohrbomben bewaffnet waren, von anderen Sicherheitsbeamten erschossen.

Schwerer Anschlag geplant?

Polizeisprecherin Luba Samri berichtete, den Beamtinnen sei das Verhalten der Gruppe verdächtig vorgekommen. Als sie den Ausweis eines der drei Palästinenser kontrollierten, hätten die beiden anderen sie mit Gewehren und Messern angegriffen. Die Männer hätten offenbar einen schwereren Anschlag geplant, ergänzte die Sprecherin unter Verweis auf die gefundenen Sprengkörper. Die Überprüfung der Papiere der getöteten Angreifer habe ergeben, dass die drei 19 und 20 Jahre alten Männer aus der Nähe von Dschenin im Norden des Westjordanlands kamen, berichtete Samri weiter.

Seit Oktober wurden bei politisch motivierten Gewaltakten 26 Israelis und 164 Palästinenser getötet. Der Anschlag auf die beiden Polizistinnen war der folgenschwerste, seit im Dezember bei einem Anschlag am Jaffa-Tor in Jerusalem zwei Israelis starben. Einer wurde von zwei Palästinensern erstochen, der andere von einer verirrten Polizeikugel tödlich getroffen.

Gefährliche "Terror-Tunnel"

Unterdessen kamen beim Einsturz eines Tunnels in Chan Junis im südlichen Gazastreifen zwei militante Palästinenser ums Leben. Die Palästinenser-Organisation Hamas bestätigte, es habe sich um Mitglieder ihres bewaffneten Arms gehandelt. Die Männer im Alter von 23 und 35 Jahren seien mit Grabungen beschäftigt gewesen, als der Tunnel einstürzte, teilte die Hamas mit.

Eine Woche zuvor waren bei einem ähnlichen Tunneleinsturz im nördlichen Gazastreifen sieben Hamas-Mitglieder getötet worden. Die israelische Regierung wirft der Hamas vor, sie baue ein unterirdisches Tunnelsystem wieder auf, um sich auf den nächsten bewaffneten Konflikt vorzubereiten. Während des Gaza-Kriegs im Sommer 2014 hatte Israels Armee zahlreiche sogenannte "Terror-Tunnel" zerstört. Hamas-Kämpfer hatten die unterirdischen Gänge dafür genutzt, nach Israel vorzudringen und dort Anschläge zu verüben. Die Hamas selbst spricht von "Widerstandstunneln".

nin/kle (dpa, ape, afp, kna)