Anklage wegen ″Totschlags zweiten Grades″ | Aktuell Amerika | DW | 14.04.2021
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages
Anzeige

US-Justiz

Anklage wegen "Totschlags zweiten Grades"

Nach dem tödlichen Schuss auf einen Afroamerikaner nahe der US-Stadt Minneapolis ist die verantwortliche Ex-Polizistin festgenommen worden. Sie müsse zur Rechenschaft gezogen werden, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Proteste nach Schießerei in Minnesota

Demonstranten vor der Polizeieinsatzzentrale in Brooklyn Center

Die Justiz im US-Bundesstaat Minnesota wirft der tatverantwortlichen weißen Beamtin "Totschlag zweiten Grades" vor. Sie habe den Tod des 20-jährigen Afroamerikaners Daunte Wright bei einem Polizeieinsatz in Brooklyn Center verursacht und müsse sich dafür vor Gericht verantworten.

Der nach dem tödlichen Schuss vom Sonntag aus dem Polizeidienst ausgeschiedenen Polizistin Kim Potter könnten damit bis zu zehn Jahre Haft und eine Geldstrafe drohen. "Totschlag zweiten Grades "setzt "schuldhafte Fahrlässigkeit" voraus. Das entspricht im deutschen Rechtsgebrauch in etwa der fahrlässigen Tötung.

Proteste nach Schießerei in Minnesota

Die Menschen in Brooklyn Center wollen Polizeigewalt nicht weiter hinnehmen

Potter wurde am Mittwoch festgenommen, wie die zuständige Polizeibehörde BCA mitteilte. Sie hatte am Dienstag ihre Kündigung eingereicht. Aufnahmen von Bodycams der an dem Einsatz beteiligten Polizisten deuten darauf hin, dass die erfahrene Polizistin statt eines Elektroschockers irrtümlich ihre Pistole gezogen hatte. Die 48-Jährige war seit 26 Jahren im Polizeidienst.

Wrights Tod löste in der Stadt Brooklyn Center Proteste gegen Polizeigewalt aus. Dabei kam es drei Nächte in Folge auch zu Ausschreitungen, bei denen dutzende Menschen festgenommen wurden. Der 20-Jährige war laut Autopsie infolge eines Schusses in den Brustbereich gestorben.

Proteste nach Schießerei in Minnesota

In der Nacht stehen sich Polizei und Demonstranten unversönlich gegenüber- getrennt nur durch einen hohen Zaun

Brooklyn Center liegt nördlich von Minneapolis, wo vor knapp einem Jahr der Afroamerikaner George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz getötet worden ist. Derzeit wird dem weißen Ex-Polizisten Derek Chauvin, der Floyd neuneinhalb Minuten lang sein Knie in den Nacken gedrückt hatte, in Minneapolis der Prozess gemacht.

qu/gri (dpa, afp, rtr)

Die Redaktion empfiehlt