Angriff auf russische Botschaft in Tripolis | Aktuell Afrika | DW | 02.10.2013
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Aktuell Afrika

Angriff auf russische Botschaft in Tripolis

Wütende Demonstranten haben versucht, die russische Botschaft in der libyschen Hauptstadt Tripolis zu stürmen. Sie feuerten auf das Gelände und zündeten ein Auto an. Auslöser ist wohl ein rätselhafter Mordfall.

Bei dem Feuerüberfall beschädigten die unbekannten Angreifer in Tripolis die Eingangspforte, wie ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Etliche von ihnen kletterten auf die Begrenzungsmauer und feuerten in die Luft. Um die Diplomaten zu schützen, rückten Sicherheitskräfte an. Nach Angaben libyscher Behörden wurde einer der Angreifer von einer verirrten Kugel tödlich getroffen. Nach der Attacke flohen die Täter. Zudem gab es vier Verletzte. Das russische Außenministerium teilte mit, vom Botschaftspersonal sei nach den vorliegenden Informationen niemand verletzt worden. Sämtliche Diplomaten und ihre Familien wurden aus Sicherheitsgründen nach Tunesien gebracht. Am Freitag sollen sie weiter nach Moskau fliegen.

Der Angriff könnte in Zusammenhang stehen mit dem Mord an einem libyschen Soldaten in Tripolis. Der staatliche Nachrichtenagentur Lana meldete, es dürfte sich bei der Attacke um einen Racheakt handeln. Ein Mitglied der libyschen Luftwaffe war am Dienstag in Tripolis von einer Russin getötet worden.

Widersprüchliche Darstellungen

Örtlichen Medienberichten zufolge soll die Frau bei ihrer Vernehmung angegeben haben, den 58-jährigen Piloten umgebracht zu haben, weil er die Revolte gegen den früheren Diktator Muammar al-Gaddafi unterstützt hatte. Anderen Berichten zufolge handelte es sich bei der Täterin um die Frau des Soldaten, die ihren Mann wegen Ehestreitigkeiten ermordete.

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Attacke auf russische Botschaft

Es war nicht der erste gewaltsame Übergriff auf ausländische Botschaften in Libyen. Am 11. September 2012 waren US-Botschafter Chris Stevens und drei seiner Mitarbeiter bei einem Angriff radikaler Islamisten auf das Botschaftsgebäude in der Rebellenhochburg Bengasi getötet worden. Ein Untersuchungsbericht des US-Außenministeriums stellte später gravierende Sicherheitsmängel im Vorfeld des Anschlags fest. Washingtons damalige Außenministerin Hillary Clinton übernahm dafür die politische Verantwortung.

kle/haz (dpa, afp, ape, rtre)

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