Angriff auf Hebammenschule in Afghanistan | Aktuell Welt | DW | 28.07.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Islamismus

Angriff auf Hebammenschule in Afghanistan

Mindestens drei Menschen wurden dabei getötet. Seit Monaten ist Dschalalabad im Osten Afghanistans Ziel von Angriffen islamistischer Gruppen. Immer häufiger trifft es auch Einrichtungen, in denen Frauen arbeiten.

Bei einem Angriff mutmaßlicher Extremisten auf eine Hebammenschule in der ostafghanischen Stadt Dschalalabad sind nach offiziellen Angaben mindestens drei Menschen getötet und acht weitere verletzt worden. Die Getöteten seien Personal der Schule gewesen, zwei Wachleute und ein Fahrer, sagte der Sprecher der Provinzregierung, Attaullah Chogiani.

Als der Angriff gegen 11.30 Uhr (Ortszeit) startete, befanden sich rund 140 Frauen und zwei Kinder in dem Gebäude. Erst nach gut sechs Stunden endete die Attacke, nachdem einer der Angreifer seine Sprengstoffweste gezündet hatte und ein zweiter von Sicherheitskräften getötet worden war, wie Chogiani weiter mitteilte. Die Frauen und Kinder konnten gerettet werden, allerdings waren drei von ihnen unter den Verletzten.

Afghanistan Anschlag (Reuters/Parwiz)

Afghanische Sicherheitskräfte haben das Gebiet rund um die Hebammenschule weiträumig abgesperrt

Wer hinter der Tat steckt, blieb bislang unklar. Die Taliban wiesen jegliche Verantwortung für den Angriff zurück. In der Provinz Nangarhar an der pakistanisch-afghanischen Grenze sind sowohl die radikalislamischen Taliban als auch die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) aktiv. Amerikanische und afghanische Truppen führen seit Wochen Offensiven in der Provinz gegen die Extremisten. 

In Dschalalabad, Hauptstadt der Provinz Nangarhar, gibt es seit Monaten besonders viele Attentate. Erst Mitte Juli wurden bei einem mehrere Stunden dauernden Angriff auf ein Schulamt mindestens elf Menschen getötet. Wenige Tage davor kamen bei einem IS-Attentat in Dschalalabad mindestens 19 Menschen um, die meisten Angehörige der kleinen Sikh-Gemeinde im Land.

sti/gri (dpa, afp)

Die Redaktion empfiehlt