Amazon stoppt Polizei-Kooperation bei der Gesichtserkennung | Aktuell Amerika | DW | 11.06.2020
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USA

Amazon stoppt Polizei-Kooperation bei der Gesichtserkennung

Inmitten der Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt will Amazon die Polizei nicht mehr mit ihrer Gesichtserkennungssoftware unterstützen - zumindest vorerst. Mit diesem Schritt ist der Tech-Konzern nicht der erste.

USA | Symbolbild Gesichtserkennung (imago images)

Gesichtserkennung in Washington (Archivbild)

Aktivisten, die sich für die Rechte von Minderheiten einsetzen, haben den Stein ins Rollen gebracht. Während der anhaltenden Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA haben sie eine Petition gegen das "Beobachtungsimperium" von Amazon gestartet. Jetzt hat der Konzern selbst reagiert. Zunächst hat Amazon nun der US-Polizei die Anwendung seiner Gesichtserkennungssoftware untersagt. Das vorläufige Verbot gelte für ein Jahr und solle dem Kongress die Zeit geben, "angemessene Regeln" für den Einsatz derartiger Technologien zu verabschieden, erklärte der US-Internetkonzern.

Video ansehen 02:45

Vielfältige Ursachen für Gewaltbereitschaft der US-Polizei

Keine Massenüberwachung

Erst Anfang der Woche hatte IBM angekündigt, sich aus dem Geschäft mit Gesichtserkennungssoftware zurückzuziehen. Die Begründung: Man wolle nicht zulassen, dass Technologie für Massenüberwachung, rassistische Diskriminierung oder Menschenrechtsverletzungen verwendet wird, hieß es in einem Brief an Abgeordnete.

Fehlerhaftes Programm

Amazon verteidigte bisher stets den Einsatz seiner "Rekognition"-Software bei der Polizei, auch nachdem Forscher nach einer Testreihe kritisiert hatten, dass das Programm mehr Fehler bei einer anderen Hautfarbe als weiß mache. Amazon-Chef Jeff Bezos hatte sich bereits im Herbst für eine Regulierung der Technologie ausgesprochen.

Daten liegen längst vor

Der Konkurrent Microsoft fordert das bereits seit 2018 - und ist zugleich auch ein relevanter Lieferant von Gesichtserkennungssoftware. Die amerikanischen Polizeibehörden haben aber auch andere Alternativen. So sorgte Anfang des Jahres die Firma Clearview für Aufsehen, die einfach eine Datenbank aus Millionen öffentlich zugänglichen Fotos von Online-Diensten zusammentrug und unter anderem Polizeibehörden darauf zugreifen lässt.

Google scheut unterdessen schon seit Jahren davor zurück, Technologie für Gesichtserkennung anzubieten oder öffentlich zugänglich zu machen. Einige US-Städte wie etwa San Francisco untersagten den Einsatz von Gesichtserkennung.

fab/qu (dpa, afp)

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