″Alan Kurdi″ soll Migranten retten | Aktuell Europa | DW | 10.02.2019
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Schiffstaufe

"Alan Kurdi" soll Migranten retten

Das Bild einer im September 2015 an einen türkischen Strand angespülten Kinderleiche schockierte die Welt - jetzt durfte der Vater des syrisch-kurdischen Jungen ein deutsches Rettungsschiff auf dessen Namen taufen.

Taufe Sea-Eye-Rettungsschiff Alan Kurdi (picture-alliance/dpa/M. Lüdemann)

Reiste für die Taufe nach Mallorca: Abdullah Kurdi

"Mit dem Namen 'Alan Kurdi' wollen wir eindringlich daran erinnern, worum es wirklich geht und allein gehen sollte (...): Es geht um Menschen, die täglich im Mittelmeer ertrinken und um den unendlich andauernden Schmerz der Angehörigen", betonte Gorden Isler, Sprecher der Regensburger Seenotrettungsorganisation "Sea-Eye". Ihr gehört das nun im Hafen von Palma de Mallorca umgetaufte, ehemalige Forschungsschiff "Professor Albrecht Penck".

"Ich bin dankbar, dass der Verein den Namen meines Jungen ausgewählt hat", sagte Alans Vater Abdullah Kurdi. "So steht der Name meines Jungen für etwas Gutes und seine kleine Seele kann ihren Frieden finden." Es gebe noch tausende weitere Familien, die ihre Kinder auf solch tragische Weise verloren hätten, hob der Vater hervor.

Alan Kurdi als Graffiti in Frankfurt am Main (picture-alliance/dpa/A. Dedert)

Alan Kurdis Leiche - hier als Graffiti in Frankfurt am Main

Abdullah Kurdi hatte Schlepper bezahlt, damit sie ihn und seine Familie aus der Türkei nach Griechenland bringen. Ihr Schlauchboot sank bei rauer See. Das Fotos des leblosen kleinen Körpers von Alan am Strand von Bodrum ging um die Welt. Bei dem Unglück waren auch Alans Bruder Ghalib und seine Mutter Rehanna ums Leben gekommen.

"Sea-Eye" hat nach eigenen Angaben seit 2016 in rund 60 Rettungseinsätzen mehr als 14.000 Bootsflüchtlinge vor dem Ertrinken im Mittelmeer bewahrt. Mittlerweile hat die deutsche NGO wie auch andere Seenotretter mit einer zunehmend restriktiven Flüchtlingspolitik von EU-Ländern zu kämpfen.

wa/nob (afp, dpa, epd)

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