Airlines: Verluste, Garantien und verschwindende Jobs | Wirtschaft | DW | 07.05.2020
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Luftfahrt

Airlines: Verluste, Garantien und verschwindende Jobs

Air France verdoppelt den Verlust. Airlines in Frankreich und der Schweiz erhalten Milliarden-Hilfen. British Airways sagt, die Krise werde noch Jahre dauern: Meldungen vom Tage aus einer gebeutelten Branche.

Schon im ersten Quartal des Jahres hat sich der operative Verlust von Air France auf 815 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Dabei begannen erst gegen dessen Ende die Reisebeschränkungen und Shutdowns im Kampf gegen das Coronavirus in Europa. Der französisch-niederländische Luftfahrtkonzern, zu dem auch KLM gehört, sprach am Donnerstag von einem nahezu völligen Geschäftseinbruchs durch die Pandemie. 

Im zweiten Quartal werde der Fehlbetrag noch viel höher ausfallen, da mittlerweile 95 Prozent der Flugzeuge auf dem Boden bleiben. Nun plant der Lufthansa-Konkurrent den Abbau von Arbeitsplätzen. Für Juni sei ein Treffen mit den französischen Gewerkschaften dazu geplant, sagte Konzernchef Ben Smith am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Wie viele der rund 45.000 Beschäftigten von Air France ihren Job verlieren, wollte er noch nicht sagen.

Bei Lufthansa und Swiss…

Air France KLM wird mit bis zu elf Milliarden Euro Staatshilfe seiner Heimatländer vor der Pleite bewahrt. In Deutschland verhandelt auch die Lufthansa über ein Rettungspaket. Hier geht es um rund zehn Milliarden Euro. Bei der Lufthansa müssen 10.000 der rund 138.000 Beschäftigten um ihre Arbeitsplätze bangen.

Großbritannien London | Flughafen Heathrow, Luftaufnahme (picture-alliance/blickwinkel/McPhoto)

Stillstand am Flughafen London Heathrow

In der Schweiz kann sich die Lufthansa-Tochter Swiss nach einer Entscheidung des Parlaments in Bern Kredite im Umfang von gut 1,4 Milliarden Euro von Banken besorgen. Damit sollen die Folgen der weitgehenden Einstellung des Flugbetriebs aufgrund der Pandemie abgefedert werden. 85 Prozent der Kredite garantiert der Bund. Die Schweiz hat sich das gesamte Aktienkapital der Swiss als Garantie für den Fall gesichert, dass die gewährten Kredite nicht mehr bedient werden können.

… und bei British Airways

Laut der Muttergesellschaft IAG der Fluggesellschaft British Airways wird es noch Jahre dauern, bis die Geschäfte wieder laufen wie vor der Pandemie. "Wir erwarten nicht, dass die Passagiernachfrage vor 2023 wieder auf das Niveau von 2019 kommt" sagte IAG-Chef Willie Walsh. Und er fügte hinzu: "Frühestens." Zu IAG gehören auch die Airlines Iberia aus Spanien und Air Lingus aus Irland.

Der Konzern vermeldete am Donnerstag einen Quartalsverlust von knapp 1,7 Milliarden Euro. "Der größte Teil des Verlusts fiel in den letzten beiden März-Wochen an", so Walsh. Auch British Airways will Stellen streichen - schon vor einer Woche war von 12.000 betroffenen Beschäftigten die Rede.

ar/hb (dpa, rtr, afp)

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