Ai Weiwei: Kein Rauswurf aus dem Haus der Kunst | Kunst | DW | 15.09.2019
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Protestaktion

Ai Weiwei: Kein Rauswurf aus dem Haus der Kunst

Der chinesische Künstler Ai Weiwei verteidigt seinen Protest im Haus der Kunst in München. Er sei nicht aus den Ausstellungsräumen rausgeworfen worden. Seine Aktion richtete sich gegen den geplanten Stellenanbau.

Deutschland Ai Weiwei aus Haus der Kunst rausgeworfen (picture-alliance/dpa/Ai Weiwei Studio/M. Logsdail)

Gespräch über umstrittene Aktion: Bernhard Spies, kaufmännischer Direktor des Hauses der Kunst und Künstler Ai Weiwei

"Rausgeworfen" worden aus dem Haus der Kunst sei er nicht, stellte Ai Weiwei klar, anders als in einem Artikel der Deutschen Welle zu lesen war. Die DW stützte ihren Bericht auf eine Meldung der Presseagentur DPA und des Wochenmagazins "Die Zeit".

"Ich würde es vorziehen, ihn rauszuwerfen", lautete darin ein Zitat von Bernhard Spies, des kaufmännischen Direktors des Hauses der Kunst in München. In einem Kommentar auf Twitter schrieb Ai Weiwei: "Tatsache ist, dass mich niemand rausgeworfen hat. Wir haben das Haus verlassen, nachdem die Protestaktion beendet war. Wir haben eine klare Zusage erhalten: Dr. Spies wird keine Mitarbeiter entlassen. Ich wurde noch nie irgendwo rausgeworfen, von niemandem."

Die Mitarbeiter des Hauses der Kunst hätten den chinesischen Künstler am Freitag eingeladen, sie zu unterstützen, ihre Jobs zu behalten, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in einer Mitteilung. Eine Stunde lang wollte Ai Weiwei in der aktuellen Ausstellung des Malers Markus Lüpertz an einer Tür als Aufsicht arbeiten. Betriebsrat und Presse waren darüber informiert. 

Unangemeldeter Protest gegen Mitarbeiterabbau am Haus der Kunst

Der Künstler kritisierte, die Museumsleitung kaufe teure Kunstwerke für Ausstellungen ein, "während Leute mit geringer Bezahlung entlassen werden sollen." Das Haus der Kunst hatte die Einladung des Künstlers sowie die Aktion missbilligt. Das Hausrecht sei gröblich verletzt worden, hieß es. Den Mitarbeitern drohten aber keine Konsequenzen: "Die Geschäftsführung bleibt bei der Zusage, den Umstrukturierungsprozess möglichst sozialverträglich, bei Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze und ohne Einkommenseinbußen zu gestalten."

Das Haus hat turbulente Zeiten hinter sich, unter anderem wegen massiver Geldprobleme. Auch die Nähe von Angestellten zu Scientology und Fälle sexueller Belästigung sorgten für Schlagzeilen. Der Aufsichtsrat reagierte mit Kündigungen und stellte dem damaligen Direktor Okwui Enwezor, der inzwischen gestorben ist, einen kaufmännischen Geschäftsführer an die Seite. Ein Team aus fünf internationalen Kunstexperten soll eine neue künstlerische Leitung suchen.

In den vergangenen Jahren hat sich das Haus der Kunst verstärkt mit der Aufarbeitung seiner Geschichte befasst und präsentierte vor allem internationale, zeitgenössische Künstler. Vor rund zehn Jahren war das Highlight eine Ausstellung von Ai Weiwei.

Video ansehen 02:40

Ai Weiwei: Die chinesische Regierung "blufft"

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