Afghanistan-Konferenz mit Taliban in Moskau | Aktuell Asien | DW | 03.11.2018
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Afghanistan

Afghanistan-Konferenz mit Taliban in Moskau

Im August war der russische Vorstoß noch gescheitert, Taliban und Kabuler Regierung zu Friedensgesprächen an einen Tisch zu bringen. Jetzt gibt es einen neuen Termin, den 9. November. Beide Seiten sollen zugesagt haben.

Afghanische Sicherheitskräfte im Einsatz gegen die Taliban (picture-alliance/AP Photo/R. Gul)

Afghanische Sicherheitskräfte im Einsatz gegen die Taliban (Archivbild)

Die internationale Konferenz, an der erstmals auch die radikalislamischen Taliban teilnehmen sollen, ist für kommenden Freitag in Moskau geplant. Sowohl der afghanische Präsident Aschraf Ghani wie die Vertretung der Taliban in Katar hätten Delegationen für das Treffen bestimmt, teilte das russische Außenministerium mit.

Der Konflikt in Afghanistan könne nach russischer Auffassung nur durch Verhandlungen gelöst werden, hieß es in der Mitteilung aus Moskau. Dafür sollten die Aktivitäten der Staaten in der Region besser koordiniert werden. Eingeladen seien Vizeaußenminister aus China, Indien, Iran, Kasachstan, Kirgistan, Pakistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan. Auch Sondergesandte anderer Länder für Afghanistan, zum Beispiel aus den USA, habe man zu den Gesprächen hinzugebeten. Ein Abschlussdokument sei nicht geplant.

Ein erster Anlauf für eine solche Konferenz war im August am Einspruch der afghanischen Regierung gescheitert. Regierungssprecher Sebghatullah Ahmadi begründete die Absage damals in einem Interview der Deutschen Welle damit, dass Friedensgespräche nur dann unterstützt werden könnten, "wenn die Interessen Afghanistans im Vordergrund stehen". Präsident Ghani sagte, man strebe direkte Gespräche mit den Taliban ohne ausländische Beteiligung an. 

Desaströser US-Bericht

Am Donnerstag hatte der US-Sonderinspektor für Afghanistan eine ernüchternde Bilanz gezogen: Demnach stehen nur noch 226 von 407 afghanischen Distrikten unter der Kontrolle der Regierung in Kabul. Dies sei der bislang niedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2015. Im Kampf der von den USA unterstützten afghanischen Streitkräfte gegen die Taliban gebe es nur "minimalen oder gar keinen Fortschritt". Der US-Generalinspektor für Afghanistan war vom Kongress in Washington eingesetzt worden. Er legt regelmäßig Berichte zum Stand des Wiederaufbaus in Afghanistan vor.

Wieder ein US-Soldat getötet

Derweil kam es im Rahmen der NATO-Ausbildungsmission "Resolute Support" abermals zu einem so genannten Insider-Angriff. Dabei wurde nach NATO-Angaben ein US-Soldat getötet, vermutlich von einem afghanischen Soldaten. Ein weiterer wurde bei dem Vorfall in der Hauptstadt Kabul verletzt. Der Verletzte werde medizinisch behandelt, sein Zustand sei stabil, hieß es. 

Der Angreifer soll zu den afghanischen Streitkräften gehört haben. Er sei umgehend von afghanischen Soldaten erschossen worden, hieß es in einer NATO-Mitteilung weiter. Erst im September war ein US-Soldat bei einem mutmaßlichen Insider-Angriff in Ostafghanistan getötet worden. Auch damals wurde ein weiterer Soldat verwundet.

Ghani will zweite Amtszeit

Afghanistans Staatschef Aschraf Ghani erklärte derweil, er wolle im kommenden Jahr für eine zweite Amtszeit kandidieren. Wer Ghani bei der Wahl am 20. April 2019 herausfordern wird, ist noch unklar. Als mögliche Gegenkandidaten gelten Regierungschef Abdullah Abdullah und der ehemalige nationale Sicherheitsberater Mohammed Haneef Atmar, der im August zurückgetreten war.

Aghanistan, Kabul: Ashraf Ghani auf einer Pressekonferenz (picture-alliance/AP/R. Gul)

Obwohl innenpolitisch umstritten, strebt Ashraf Ghani eine zweite Amtszeit an

Nach der Präsidentenswahl im Jahr 2014 hatten sowohl Ghani als auch sein Herausforderer Abdullah Abdullah den Sieg für sich beansprucht. Erst nach einer monatelangen Krise einigten sie sich auf eine Regierung der nationalen Einheit unter Führung Ghanis.

qu/se (dpa, afp, rtr)

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