Acht chinesische Hightech-Firmen auf US-Sanktionsliste | Welt | DW | 08.10.2019
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US-Sanktionen gegen China

Acht chinesische Hightech-Firmen auf US-Sanktionsliste

Von den jüngsten US-Sanktionen wegen der Unterdrückung in Xinjiang sind acht international vernetzte chinesische Hightech-Firmen betroffen. Sie sind auf KI im Bereich Überwachung spezialisiert. Ein Überblick.

Hikvision, offizieller Firmenname: Hongzhou Hikvision Digital Technology Co Ltd.,  ist der weltweit größte Lieferant von Video-Überwachungssystemen. Hikvision liefert auch Ausrüstung an die Polizeibehörden in Xinjiang, wo die muslimische Bevölkerung umfassender Überwachung unterliegt. Das Unternehmen mit einem Marktwert von 42 Milliarden US-Dollar ist zu 42 Prozent im Besitz von staatlichen Investoren und seinen zwei Gründern. Sein jährlicher Umsatz in Höhe von sieben Milliarden US-Dollar kommt zu 30 Prozent aus dem Ausland.

Ein wichtiger Zulieferer ist die japanische Video-Interface-Firma Techpoint, die 62 Prozent ihres Umsatzes durch den Kunden Hikvision erzielt. Hikvision erhält von mehreren US-Firmen, darunter Intel, Komponenten. Sollten diese ihre Lieferungen eingestellt werden, hätten das laut Branchenkennern "katastrophale Auswirkungen" auf das Geschäft von Hikvision und Zhejiang Dahua Technology (s.u.).

Symbolbild China: Regierung durchsucht Touristen-Handys per App (picture-alliance/dpa/Imaginechina/J. X. Bing)

Zugriff auf Daten aller Art - eine Spezialität der chinesischen Unternehmen

Sensetime Group Ltd ist eines der am schnellsten wachsenden KI-Unternehmen in China. Die Firma mit einem Marktwert von 4,5 Milliarden US-Dollar hat ihre beiden Hauptsitze in Peking und Hongkong. Sie ist spezialisiert auf Gesichtserkennung, Videoanalyse und Gebiete wie autonomes Fahren. Wichtige Kunden sind neben dem Ministerium für öffentliche Sicherheit große chinesische Telekom-Unternehmen wir China Mobile, HNA Group und Huawei. Im Februar hatte Sensetime eine Zusammenarbeit mit dem amerikanischen MIT bei der Erforschung von KI angekündigt.

China Technologie der Gesichtserkennung im Supermarkt (picture-alliance/ZUMAPRESS.com/Tang Ke)

Gesichtserkennung im chinesischen Supermarkt

Megvii Technology Ltd. wurde 2011 von drei Absolventen der Tsinghua Universität gegründet, es ist für seine Gesichtserkennungsplattform Face++ bekannt. Das Unternehmen erhofft sich von seinem geplanten Börsengang in Hongkong  mindestens 500 Millionen US-Dollar Kapital und wäre das erste börsennotierte chinesische KI-Unternehmen. Sein Marktwert wird auf vier Milliarden US-Dollar geschätzt. Zu seinen bisherigen Investoren gehört der Staatsfonds Abu Dhabi Investment Authority. 

iflytek Co Ltd ist in China führend bei der Anwendung von KI im Bereich menschliche Stimmen. Größter Anteilseigner ist der staatliche Telekom-Anbieter China Mobile. Das MIT gab 2018 eine auf fünf Jahre angelegte Vereinbarung mit Iflytek bekannt, wonach die chinesische Firma sich an der Finanzierung von  drei Forschungsprojekten im Bereich KI beteiligen werde. 2016 wurde eine Auftrag für die die Lieferung von 25 Systemen zur Sprechererkennung an die Polizei in Kashgar in Xinjiang an eine Tochtergesellschaft von iFlytek vergeben. Auch die Gefängnisverwaltung von Xinjiang wird von iFlytek bzw. einer Tochtergesellschaft beliefert.

MIT Massachusetts Institute of Technology (Imago)

Kooperation von betroffenen chinesischen Firmen mit dem Massachusetts Institute of Technology

Zhejiang Dahua Technology, Hersteller von Video-Überwachungssystemen,  ist seit 2008 börsennotiert und bezeichnet sich selbst als weltweit zweitgrößter Lieferant von Überwachungstechnologie, mit Kunden in "über 180 Ländern und Regionen". Sie kam zum Beispiel zum Einsatz bei der Sommerolympiade in Rio. Wie Hikvision darf auch Zhejiang Dahua seit diesem August wegen Sicherheitsbedenken nicht mehr an US-Regierungsbehörden liefern.

Xiamen Meiya Pico Information Co wurde 1999 gegründet und ist auf Sicherstellung von Daten spezialisiert, die auf Computern, Handys und Chipkarten gespeichert sind. Das Unternehmen stellt nach eigenen Angaben seine Produkte und Dienstleistungen für Sicherheitsbehörden und Regierungen in aller Welt zur Verfügung.

BdTD Hongkong Regenschirme Kameras (Reuters/T. Siu)

Alte gegen neue Technologie - Regenschirme gegen Überwachungskameras

Yitu Technology wurde 2012 gegründet, unter anderem mit Kapital aus dem Investitionsfonds des Ali Baba-Gründers Jack Ma. Das Unternehmen gibt an, seine Pattform könne innerhalb einer Sekunde eine Milliarde Gesichter erkennen. Laut einer Mitteilung von 2015 wird seine Technologie in 1500 Filialen der China Merchants Bank eingesetzt. Das Unternehmen arbeitet im Bereich Cloud mit dem Online-Händler Alibaba  zusammen.

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